Heiko Mell

Wofür eigentlich?

Antwort:

Nun, wie Sie wissen, gilt meine besondere Leidenschaft dem Schreiben. Und ich habe mir in den Kopf gesetzt, insbesondere den Ingenieuren und verwandten Berufsgruppen zu erläutern, wie das berufliche System „funktioniert“. Jenes System, in und von dem sie leben (und, wenn man sie nicht aktiv aufklärt, von dem sie so herzlich wenig wissen).

Also schreibe ich darüber. Das macht mir immer noch Freude, ist nicht immer leicht, findet nicht immer die uneingeschränkte Anerkennung aller denkbaren Partner – aber ich wollte es ja so. Nur manchmal fragt man sich schon, wofür man das eigentlich tut. Es geht nicht einmal mehr um Popularität – vom Honorar ganz zu schweigen. Ob 30 oder 31 Jahre in Folge, das macht kaum noch einen Unterschied, in beidem.

Aber es gibt Tage, da finde ich überzeugende Antworten auf die zentrale Frage. Und die entschädigen für so manches Fragezeichen, das gelegentlich natürlich auch mit dieser Tätigkeit verbunden ist.

München muss eine besonders aufgeschlossene Stadt sein oder sie zieht besonders aufgeschlossene Gäste an. Jedenfalls ist mir dort anlässlich eines öffentlichen Routine-Auftritts bei einer Veranstaltung dieser Zeitung etwas zuteil geworden, das mir zeigt, wofür ich das hier letztlich mache.

Da kam zunächst auf dem Flur ein Mann auf mich zu, der offensichtlich nach mir gesucht hatte. Er wäre heute Hauptabteilungsleiter bei einem der großen deutschen Konzerne und auf dem Weg zum Bereichsleiter. Er läse diese Serie seit dem Studium, hätte alles so gemacht wie angeraten, die vielfach erwähnten Fehler weitgehend vermieden – und führe einen großen Teil des Erfolges auf diese Karriereberatung zurück. Und das hätte er mir ausdrücklich sagen wollen. Sprach“s und ging wieder.

Und nach meiner dann folgenden Gruppenberatung (viele hören zu, was Einzelne fragen und alle hören die von mir gegebenen Antworten) kamen mehrere Teilnehmer auf die Idee, mir Visitenkarten in die Hand zu drücken, auf denen Dankesworte standen für das, was ich in diesem Zusammenhang so mache.

Dafür, so einfach ist das, tut man es. Es geht nicht nur um den Dank an sich, es geht vor allem um die Bestätigung: „Mir persönlich hat es geholfen.“ Natürlich höre ich so etwas öfter, es fehlt nicht an Anerkennung. Aber so massiert geschieht sie selten. So etwas motiviert wieder für viele Beiträge.

Danke, München. Wenn ich auch mit Leib und Seele Preuße bin, komme ich dort besonders gern wieder hin. Obwohl, ich kann nicht anders, der Flughafen verdammt weit draußen ist. FJS hätte dort längst einen Transrapid, wollen wir wetten?

Kurzantwort:

Nun, wie Sie wissen, gilt meine besondere Leidenschaft dem Schreiben. Und ich habe mir in den Kopf gesetzt, insbesondere den Ingenieuren und verwandten Berufsgruppen zu erläutern, wie das berufliche System „funktioniert“. Jenes System, in und von dem sie leben (und, wenn man sie nicht aktiv aufklärt, von dem sie so herzlich wenig wissen).

Frage-Nr.: 318
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 43
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2007-10-26

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