Heiko Mell

Grundwissen für die Erstellung von Unterlagen

Antwort:

Bevor Sie entnervt den fünften Bewerbungsratgeber wieder zuklappen und immer noch nicht wissen, wie Sie vorgehen müssen, sollten Sie sich mit ein paar Gegebenheiten vertraut machen. Dann ergibt sich die Lösung vieler Probleme von selbst:

 

1. Der typische Bewerbungsleser ist ein erfahrener Profi, der mit lächerlichen Details absolut nicht zu beeindrucken ist. Ob Sie ein Blümchen auf den Ordner kleben, eine rote oder blaue Mappe verwenden, Ihren Lebenslauf mit Hintergrundschattierungen versehen oder schreiben, Sie – der Bewerber – wüssten genau, dass Sie zu 100 % geeignet seien oder ob Sie sich selbst als dynamisch und kreativ bezeichnen, das alles stimmt ihn keinesfalls positiv. Eher im Gegenteil.

 

2. Dieser Bewerbungsleser ist gestresst, steht unter Zeitdruck und muss nach Ihrer noch 38 Zuschriften lesen. Er hat weniger als eine Minute pro Bewerbung Zeit, um die „Spreu“ vom „Weizen“ zu trennen.Absolute Klarheit und Verständlichkeit aller Informationen sind also zwingend erforderlich! Der Leser recherchiert nicht im Internet, schlägt nicht in Fachbüchern nach, fragt generell nicht rück, blättert nicht ständig zwischen Dokumenten hin und her. Er wertet, was Sie ihm an Informationen bieten – sind die zu knapp, haben Sie Pech gehabt.

 

3. Der Bewerbungsleser weiß, dass 90 %(!) aller Bewerbungen sich letztlich als „unin­teressant“ erweisen werden. Er nimmt daher auch Ihre nicht freudig-aufgeschlossen, höchst interessiert und an das Gute in Ihnen glaubend vom Stapel, sondern eher missmutig und in der Erwartung, auch diese werde nichts taugen (wie neun von zehn).

Aus dieser Haltung müssen Sie ihn herausreißen („Donnerwetter, der ist ja tatsächlich interessant“). Dazu müssen die Fakten passen, dazu muss aber vor allem die Informationsaufbereitung stimmen, dürfen keine Unklarheiten oder keine Fragen offen bleiben.

 

4. Der professionelle Bewerbungsleser liest oft zunächst einmal nur die Lebensläufe. Die – mühsam zu lesenden – Anschreiben überfliegt er nur in den Fällen, in denen der Lebenslauf ihn überzeugt hat. Der sorgfältig erstellte, informative Lebenslauf ist also der Kern der Bewerbung. Er ist jeweils individuell auf die Zielposition dieser(!) Bewerbung auszurichten.

 

5. Schließlich soll die Bewerbung diese Fragen über den Absender beantworten:

– Was ist er (Ausbildung/Studium, Positionsbezeichnung/en)?

– Was kann er (geht aus den Angaben zur Tätigkeit bei den einzelnen Positionen im Lebenslauf hervor)?

– Was will er (Motiv für den beabsichtigten Wechsel – der Leser will sehen, ob sich bestimmte Hoffnungen/Wünsche im angestrebten Job überhaupt erfüllen lassen)?

– Was kostet er (Wunsch- oder Ist-Einkom­men; ist stets auch dann von Interesse, wenn das Inserat diese Angabe nicht ausdrücklich fordert)?

 

6. Orientieren Sie sich nicht nur am Anforderungsprofil, sondern auch und vor allem an den Angaben zur Position und Tätigkeit. Ein Bewerber passt um so besser, je mehr sein scheinbar neutral gestalteter Lebenslauf sagt: „Das habe ich alles schon gemacht.“ Bewerbungsleser schauen mehr auf passende Erfahrungen als auf zu vermutendes Potenzial, sich in Neues einzuarbeiten.

Kurzantwort:

Bevor Sie entnervt den fünften Bewerbungsratgeber wieder zuklappen und immer noch nicht wissen, wie Sie vorgehen müssen, sollten Sie sich mit ein paar Gegebenheiten vertraut machen. Dann ergibt sich die Lösung vieler Probleme von selbst:

Frage-Nr.: 291
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 42
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2006-10-21

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