Heiko Mell

Es gibt noch eine andere Welt

Antwort:

„Die Berufswelt besteht, wenn man so will, aus zwei Teilen: dem fachlich dominierten Bereich der täglichen Aufgabenerfüllung und dem nichtfachlichen Segment, das von Ihrem Status als Angestellter, von allgemeinen berufsphilosophischen Überlegungen, vom Bemühen um Statuserhalt, Aufstieg, Karriere, von Bewerbungen, Gehaltsfragen und Zeugnissen geprägt ist.

Diese Serie behandelt ausschließlich den zweiten, den nicht mit der fachlichen Arbeit im Zusammenhang stehenden Teil. Sie ist insofern kein komplettes Abbild des Berufslebens, innerhalb dessen ja insbesondere das tägliche Tun mit seinen Herausforderungen, Ansprüchen, Erfolgserlebnissen und Niederlagen im engeren fachlichen Tätigkeitsgebiet eine große Rolle spielt.

Wie also der Entwicklungsingenieur vorgeht, um ein Bauteil von der Werkstoffseite, der Funktion oder der fertigungsgerechten Ge­staltung her zu optimieren, welches System der Controller einsetzt, um den Ertrag des von ihm betreuten Geschäftsbereichs zu steigern und welcher Marketinginstrumente sich der unter Erfolgsdruck stehende Produktmanager bedient, wird nicht in dieser Serie behandelt.

Ich erwähne diese eigentlich selbstverständliche Einschränkung, um einem Eindruck entgegenzutreten, der beim Lesen entstehen könnte: Ist das, was hier festgehalten und durch viele Regeln eingeschränkt wird, “das“ Berufsleben? Wo bleiben Arbeitsfreude, Erfüllung und Befriedigung? Die Antwort lautet ganz eindeutig: Nein, was Sie hier lesen, ist nur ein, allerdings sehr wichtiger und letztlich erfolgsentscheidender Aspekt.

Jedes Beispiel hinkt. Unter dieser Einschränkung gilt: Auch eine Betrachtung über das Autofahren müsste zwei wesentliche Teilbereiche umfassen. Einer würde sich beschäftigen mit dem Fahren an und für sich, mit der Freude am kraftvollen Summen einer starken Maschine, mit dem Spaß an der Beschleunigung, mit dem Dahingleiten auf sonniger Landstraße in reizvoller Umgebung oder generell mit der Freiheit, nahezu jedes Ziel in einer vernünftigen Entfernung zu jeder Zeit auf eigenen Rädern erreichen zu können. Der andere Teil handelte von den Regeln im Straßenverkehr, von der einschlägigen Rechtsprechung, von wirtschaftlichen Überlegungen beim Autokauf.

Sie lesen hier jenen zweiten Teil. Sie sollten sich stets vor Augen halten, dass es jenen ersten auch gibt. Und dass ein Teil ohne den anderen das Thema nicht komplett abdeckt.

„Das ist ein Zitat, von mir, aus dem Vorwort meines aktuellen Buches „Spielregeln für Beruf und Karriere“ (Springer-Verlag). Ich will damit den Nachweis führen, dass mir sehr wohl bewusst ist: Hier wird nur eine Seite der Medaille dargestellt, auf der „Berufsleben“ steht, es gibt aber eben auch noch eine andere. Gerade in der Diskussion mit jungen Menschen ergibt sich oft die Frage, ob das Berufsleben nicht „mehr“ sei als das Denken in Regeln und Strategien. Es ist.

Ich kann nicht gut jedem Wochenbeitrag eine Erklärung dieser Art voranstellen. Und ich werde auch nicht von dem Prinzip abweichen, nicht mich selbst zu zitieren. Aber dieses eine Mal sei es mir erlaubt. Als Beweis, dass auch ich weiß: Berufliches Tun kann auch Spaß machen.

Kurzantwort:

„Die Berufswelt besteht, wenn man so will, aus zwei Teilen: dem fachlich dominierten Bereich der täglichen Aufgabenerfüllung und dem nichtfachlichen Segment, das von Ihrem Status als Angestellter, von allgemeinen berufsphilosophischen Überlegungen, vom Bemühen um Statuserhalt, Aufstieg, Karriere, von Bewerbungen, Gehaltsfragen und Zeugnissen geprägt ist.

Frage-Nr.: 289
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 39
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2006-09-30

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