Heiko Mell 02.01.2016, 11:18 Uhr

Titelführung – Autor absolut überfordert

In der Frage 2.750 ging es um das Führen von Titeln. Obwohl ich Ihnen durchaus grundsätzlich zustimme, muss ich doch darauf hinweisen …

Antwort:

Das war eines der meistdiskutierten Themen der letzten Zeit, soweit unsere Serie betroffen ist. Eigentlich kein wirklich welterschütterndes Thema, aber es tangiert so bedeutende Eckpunkte wie: der Deutsche und seine Vorschriften, die persönliche Eitelkeit, wie hält man es in anderen Ländern mit jenen „Titeln“ (die keine sind, wie wir alle wissen), müssen wir uns, wo wir nun weitgehend die angelsächsischen Grade Bachelor und Master haben, auch den angelsächsischen Gepflogenheiten der Darstellung im persönlichen Briefkopf anschließen? Es gab zahlreiche Anregungen – die selbstverständlich nicht alle auf einer Linie liegen, sondern z. T. neue Fragen aufwerfen. Und da stehe ich nun – und fühle mich restlos überfordert.

Nicht einmal auf simpelste Fragen habe ich eine Antwort: Müssen wir nach wie vor „Dipl.-Ing. Max Müller“ schreiben, weil das ein Deutscher mit deutschem Studium und deutschem Grad ist, aber „Max Müller, M. Eng.“, weil es zwar immer noch ein Deutscher ist, auch einer mit deutschem Studium, aber mit einem Grad, der dem angelsächsischen System entlehnt ist? Ich möchte das eigentlich hier auch nicht endlos diskutieren – weil niemand von uns sich kompetent genug fühlen darf, um hierzu eine Entscheidung zu treffen.

Ich schlage also vor, wir vertagen das Thema. Bis eine dazu befugte Institution uns mitteilt, wie sie das geregelt haben will oder schon hat. Das könnte die Kultusminister-Konferenz sein, beispielsweise. Oder die Duden-Redaktion oder es steht schon im Bologna-Vertrag, was weiß denn ich. Oder wir warten ein paar Jahre, was sich in der Praxis so durchsetzt. Bis dahin gilt: So einen richtigen Fehler machen Sie nicht, wenn Sie die Studienabschluss-Grade zu Ihrem Namen setzen, ob nun davor oder dahinter. Nur, da waren wir uns fast alle einig: Wenn Sie den Master haben, können und sollten Sie den Bachelor weglassen, denn der war für den Master zwingende Voraussetzung.

Widmen wir uns bis dahin wieder den anderen Problemen.

Frage-Nr.: 2765
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 29
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2015-07-16

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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