Heiko Mell

Tristan und Isolde

Antwort:

Ich hätte sehr wohl auch „Rolf und Käthe“ beispielhaft nennen können – aber wer fände das schon gleichermaßen spannend? In Wahrheit sind alle Kombinationen von Vornamen verschiedenen Geschlechts geeignet, das neue Prinzip zu demonstrieren, mittels dessen „moderne“ Bewerber ihre potenziellen neuen Arbeitgeber zu beglücken versuchen: Nennen wir es „Zugabe“.

Zugabe ist, wenn man zwar bekommt, was man wollte, aber noch etwas drauf. Kostenlos, das ist wichtig („ümesönst“, sagt der Kölner, jedenfalls klingt es so ähnlich in meinen Ohren). So wie ich erst eine Definition gebe mit „ist, wenn …“ – und dann die Zugabe darauf lege, dass man das natürlich so nicht macht.

Also eigentlich, so will es die Tradition, bewirbt sich immer nur einer auf einmal. Nennen wir ihn Tristan. Auch die offene Position ist nur auf einen Inhaber zugeschnitten, zwei von denen möchte man empfängerseits nicht gern bezahlen müssen. Nun schickt der supermoderne Mann unserer Tage aber einen Bewerbungsbrief, auf dem prangt oben „Tristan und Isolde Lehmann“. Isolde läuft wohl unter Zugabe. Leider liegt von ihr so gar nichts weiter dabei, nicht einmal ein Foto. Sie bleibt im Dunkeln. Die beiden bewerben sich aber gemeinsam. Und schon beginnen die Probleme:
An wen richtet man die Eingangsbestätigung? Und wen lädt man schließlich ein? Wäre es nicht unhöflich, Isolde auszugrenzen?

Erschwerend kommt hinzu, dass ich auch Kindernamen schon gefunden habe auf eben diesen Briefköpfen. Dabei dürfen die noch gar nicht arbeiten, während das bei Isolde immerhin zulässig wäre.

Und die Moral von der Geschichte? Dienst und Dienst und Schnaps ist Schnaps. Und manches gehört denn doch mehr in den Privatbereich. Für den können Sie auch kleine Ameisenbären auf Ihren Briefkopf drucken lassen. Und natürlich „Isolde“ (und für engagierte Frauenrechtlerinnen: Nein, ich vergleiche Frauen nicht mit Ameisenbären, das wäre überinterpretiert).

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 27
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 22
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-06-02

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