Heiko Mell

Begeistrung ist keine Heringsware, …

Antwort:

Kennen Sie das Zitat? Grämen Sie sich nicht, auch mir war es so im Detail nicht vertraut; ich wusste nur, es gab da etwas Zitierfähiges, in dem die Begeisterung eine Rolle spielt (das fehlende „e“ in der Überschrift ist authentisch). Also es ist von Goethe und entstammt – man glaubt es kaum – dem Gedicht „Frisches Ei, gutes Ei“, womit die Grenzen der Gemeinsamkeit mit unserem Thema aufgezeigt sind. Aber es ist immerhin ein Blickfang.

„Ich fürchte, ich habe es letztlich an der gewünschten Begeisterung fehlen lassen“, mutmaßte der enttäuschte Kandidat nach dem Vorstellungsgespräch – und traf damit voll ins Schwarze. Denn während man sich bei manchen Verkaufsverhandlungen hüten muss, sein Interesse an einem positiven Abschluss allzu deutlich zu zeigen (wegen möglicher Auswirkungen auf den Preis), gilt im Vor­stellungsgespräch das Gegenteil.

Es beginnt mit der Erkenntnis, dass hier eben nicht zwei ebenbürtige Partner „auf gleicher Augenhöhe“ miteinander pokern. Sondern einer von ihnen bewirbt sich darum, beim anderen als abhängig Beschäftigter tätig sein zu dürfen. Der Arbeitgeber ist, auch wenn er gerade dringend einen neuen Mitarbeiter braucht, ganz zweifelsfrei der stärkere Partner. Das nutzt er, um etwas zu fordern, was er gerne hätte. Und er will Begeisterung! Nicht pauschal und allgemein, das brächte ihm nichts. Sondern für genau den Job mit genau den Aufgaben, Zuständigkeiten und Perspektiven, den er hier anbietet. In genau diesem Unternehmen an genau diesem Standort.

Oder anders: Zurückhaltung des Bewerbers oder gar erkennbar werdende Zweifel an Details des Angebots sind äußerst schädlich, sie führen zu deutlicher Zurückhaltung des potenziellen neuen Chefs und sind oft die eigentliche Ursache einer Absage.

Der Arbeitgeber hat sein Stellenangebot ver­öffentlicht, hat den Bewerber zum Gespräch eingeladen, hat darin sein Unternehmen und die zu besetzende Position vorgestellt, hat den künftigen Chef dort auftreten lassen – und damit, so sieht er es, seine Karten auf den Tisch gelegt. Und nun will er, dass der Kandidat, den er da einstellen soll, das alles großartig findet und diesen Job ebenso gern wie engagiert tun würde. Oder erklärt, er zöge seine Bewerbung zurück und ginge nach Hause. Auch gut. Aber was er nicht mag, sind „Bedenken“ des Kandidaten, Pokergesichter und Sätze wie „da muss ich noch einmal darüber nachdenken“ oder „das liegt eigentlich außerhalb meiner Linie, aber gut, ich lasse es mir durch den Kopf gehen“.

Das alles gilt besonders bei Standardaufgaben in Standardpositionen (Entwicklungsingenieur, Produktionsleiter u. ä.). Nun ist häufig an diesem Punkt im Gespräch noch gar nicht alles durchdiskutiert, beispielsweise ist über das Gehalt noch nicht gesprochen worden. Dann bezieht sich die Begeisterung natürlich auch nur auf das bisher Gesagte. Sie nimmt ja die Entscheidung über eine spätere Vertragsunterschrift nicht vorweg! Und wer will einem Arbeitgeber verübeln, wenn er den auswählt, der offensichtlich gern zu ihm kommt und dort ebenso gern tut, was getan werden muss?

Kurzantwort:

Kennen Sie das Zitat? Grämen Sie sich nicht, auch mir war es so im Detail nicht vertraut; ich wusste nur, es gab da etwas Zitierfähiges, in dem die Begeisterung eine Rolle spielt (das fehlende „e“ in der Überschrift ist authentisch). Also es ist von Goethe und entstammt – man glaubt es kaum – dem Gedicht „Frisches Ei, gutes Ei“, womit die Grenzen der Gemeinsamkeit mit unserem Thema aufgezeigt sind. Aber es ist immerhin ein Blickfang.

Frage-Nr.: 262
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 49
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-12-04

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