Heiko Mell

Dank für 15 Jahre

Ich bedanke mich bei Ihnen für mehr als fünfzehn Jahre Unterstützung im Berufsleben und bei der Karriereplanung. Wie viele andere hatte auch ich als neuer Leser während meiner Studienzeit gedacht, dass der Herr Mell doch „etwas über das Ziel hinausschießt“. So kompliziert konnte die Berufswelt doch gar nicht sein. Sie haben mich vor schweren Fehlern bewahrt und mich eines Besseren belehrt, danke.

Antwort:

Ich habe oft mit Studenten, Diplomanden und Doktoranden zu tun. Wenn ich dann in Vorlesungen oder bei Vortragsveranstaltungen vor ihnen stehe und meine den Lesern bekannten „Erkenntnisse über das Berufsleben“ verbreite, frage auch ich mich, was diese Zuhörer denn wohl davon halten. Wie sie das einstufen, ob es sie er- oder abschreckt, erheitert oder zu irgendwelchen Überlegungen anregt. Müsste es doch eigentlich. Wer junge Leute und ihre „angebotene“ Skepsis gegen gute Ratschläge aus der älteren Generation kennt, könnte oder müsste mit engagierten Reaktionen irgendwelcher Art rechnen.

Aber dann frage ich nach solchen oder biete Diskussionen über das Gesagte an, und es kommt sehr oft – nichts. Mit der Miene abgebrühter Profis sitzen sie da, unbewegt, ungerührt, ohne Fragen. Und ich wundere mich. Das können die doch gar nicht alles gewusst haben, vor allem können sie vieles davon keinesfalls schön finden, sollte man meinen. Aber zögernd kommt vielleicht die eine oder andere Zusatzfrage zu sachlichen Aspekten, aber nie Protest, kein Unglauben, niemals ein „Das kann doch alles nicht wahr sein“.

Es liegt, sagt meine Sekretärin, an mir. Das wiederum leuchtet mir spontan ein: Sie ist seit über 30 Jahren bei mir, mit einer anderen Dame bin ich seit 46 Jahren verheiratet, da kenne ich das Prinzip: Mann ist schuld, woran auch immer. Punkt.

Aber sie kann das begründen: Mein Argumentationsaufbau sei „zu perfekt“ – alles sei logisch begründet, mögliche Gegenargumente würden gleich entkräftet, alles lese sich absolut einleuchtend und höre sich auch so an. Der Zuhörer ahne zwar, dass ihm vieles nicht gefiele, wisse nun aber spontan gar nicht, wo er bei dieser Darstellung Kritik anbringen solle.

Vielleicht hat sie ja recht. Und: Mit „zu perfekt“ kann ich durchaus leben, klingt ja irgendwo auch wieder nett. Mein Problem: Sie wird auch diesen Text am PC aufnehmen, formatieren – und lesen. Und dann wird sie sagen, von perfekt sei so konkret die Rede nie gewesen, absolut nicht. Weil sie kleinhalten muss, die Männer, wer mit ihnen umgeht (warum nur fällt mir gerade jetzt eine ranghohe Politikerin ein?). Ich schreibe das hier noch schnell, bevor die Frauenquote kommt. Danach – wird die Welt ja sicher um so vieles besser, da braucht sie meine boshaften Kommentare fast gar nicht mehr.

Frage-Nr.: 2578
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 38
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2012-09-19

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