Heiko Mell

An ihren Praktika sollt ihr sie erkennen

Antwort:

Der Wortfluss dieser Überschrift ist nicht so schön wie im Original („An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, Matth. 7, 16), aber die Aussage passt so schön zum Thema. Es geht um den Berufseinsteig und das, was Unternehmen von jungen Anfängern erwarten.Im Vordergrund steht die Berührung mit der Praxis, die der ehemalige Student vorweisen können sollte. Kaum jemand mag den völlig unbeleckten Neuling, der jetzt plötzlich und ohne von außen erkennbare Verbindung in ein Unternehmen eines bestimmten Typs innerhalb einer bestimmten Branche hinein will und dort ebenso unmotiviert eine spezielle Tätigkeit ausüben möchte. Der Bewerber soll eine tragfähige Brücke schlagen können zwischen sich und der Zielposition. Brauchbare Brücken sind die Studienspezialisierung und das Thema der Diplomarbeit, besonders solide sind Praktika. Möglichst viele und möglichst nah (nicht räumlich gesehen) an der Zielposition.

Der Wunsch danach hat mehrere Hintergründe: Einmal ist es für Bewerber immer empfehlenswert, auf möglichst eingehende Vertrautheit mit dem künftigen Umfeld und den Aufgaben verweisen zu können. Wobei dieser Aspekt hier die geringere Rolle spielt: Niemand geht davon aus, dass 3 x 8 Wochen wirklich unersetzbare Erfahrungen vermitteln konnten – ein „Schnupperkurs“, mehr nicht.Vor allem aber die konsequente Ausrichtung von Praktika auf die Zielposition macht diese Festlegung glaubhaft! Denn Unentschlossenheit, getroffene und schnell widerrufene Entscheidungen sowie allgemeine Orientierungsschwäche charakterisieren ja oft den Anfänger. Aber wer schon während seines Studiums mehrfach in der Entwicklung von Automobilherstellern gearbeitet und in dieser Branche seine Diplomarbeit geschrieben hat, der macht seinen späteren Einstieg in dieses Metier glaubhaft. Beispielsweise.

Dabei müssen gar nicht immer alle Details übereinstimmen: Drei Praktika in der Logistik in drei verschiedenen Firmen verschiedener Branchen unterstreichen doch das Interesse an diesem Fachgebiet – und stützen die Bewerbung für die Logistik auch noch bei der vierten Firma in der vierten Branche.

Ein besonderes Thema ist der hier oft unterstrichene Auslandstouch, der die Bewerbung eines Anfängers zumindest dann auszeichnen sollte, wenn der einen der großen Top-Arbeitgeber als Ziel ausgewählt hat. Ein Bewerber erzählte mir kürzlich von seinem Versuch, bei einem hochrenommierten Automobilhersteller einzusteigen. Die Dame am Telefon klärte ihn auf: „Haben Sie Auslandspraktika? Ohne können Sie Ihr Anliegen vergessen.“

Ich kann und will das nicht verallgemeinern. Aber ich empfehle Ihnen, sich rechtzeitig(!) über Wunschvorstellungen Ihres Wunschunternehmens zu informieren – und dann an deren Erfüllung zu arbeiten. Oft stehen Details auf den Homepages der Firmen oder in den Anzeigen in Hochschul-/Studienführern. Sehr gute Informationsmöglichkeiten bieten auch Firmenkontaktmessen und ähnliche Veranstaltungen mit Unternehmensvertreten.

Wer auf einem Markt etwas verkaufen will – und das wollen Sie als Bewerber – muss sich rechtzeitig um das Wissen darüber bemühen, was der „Käufer“, der für das Einzukaufende bezahlen soll, denn gerne hätte. In der Unternehmenspraxis nennt man das Marktforschung. Sie gilt als lebenswichtig.

Kurzantwort:

Der Wortfluss dieser Überschrift ist nicht so schön wie im Original („An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, Matth. 7, 16), aber die Aussage passt so schön zum Thema. Es geht um den Berufseinsteig und das, was Unternehmen von jungen Anfängern erwarten.

Frage-Nr.: 243
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 24
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-06-16

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