Heiko Mell

Hinter Symptomen steckt eine Krankheit!

Antwort:

Ärzte tun es täglich: Sie schließen aus Symptomen, also aus Anzeichen, auf die dahinter stehende Krankheit. Und sie warnen immer wieder davor, solche Zeichen zu ignorieren, selbst wenn dem Patienten noch nichts weh tut oder er nicht über sonstige Beeinträchtigungen klagt. Und Ärzte wissen auch: Gegen die meisten Krankheiten kann man etwas unternehmen – vorausgesetzt, man hat eine sichere Diagnose. Und die fängt mit der Zuordnung der Symptome an.

Oft nun erinnern Bewerbungsmappen an Krankenakten, nur dass hier noch niemand Diagnosen gestellt hat. Symptome jedoch findet der Fachmann darin zuhauf. Aber während ein Patient ganz sicher weiß: Wenn ich stechende Schmerzen im Unterbauch habe, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas dahinter, das ernst zu nehmen ist, fehlt dem Menschen dieser Instinkt in seiner Rolle als Angestellter und/oder Bewerber. Er ist auch nach der dritten allzu kurzen Dienstzeit nacheinander noch fest überzeugt, dass jeweils die „Umstände“ allein verantwortlich waren. Er will auch nach dem wiederholten Studienfach- oder Tätigkeitswechsel noch nicht sehen, dass Konzeptions- oder Ziellosigkeit grüßen lassen, er glaubt auch nach mehrfachem Ärger mit Vorgesetzten (vom Lehrer über den Professor bis zum Chef im Büro) immer noch an deren Alleinschuld. Und er geht auch nach der dritten siebenjährigen Dienstzeit ohne jegliche Beförderung immer noch nicht davon aus, dass es ihm an Führungsfähigkeiten mangeln könnte. Das gilt ebenso für mehrere schwache Arbeitgeberzeugnisse oder wiederholte längere Arbeitslosenphasen zwischen zwei Beschäftigungszeiten.

Daher kann mein dringender Appell nur lauten: Seien Sie misstrauisch, achten Sie auf Symptome in Ihrem eigenen Lebenslauf oder in anderen Papieren – und suchen Sie Ursachen zuallererst bei sich.

Ärger mit dem Chef: Wo und wann haben Sie ihn falsch behandelt? Wiederholte „Störungen“ in der Zusammenarbeit mit diversen Vorgesetzten: Wie ist es eigentlich um Ihr Verständnis für Ihre Rolle als abhängig Beschäftigter bestellt? Und so weiter.

Nicht ohne Grund habe ich mir angewöhnt, private Kunden in meiner Karriereberatung, die gerade ihren Job verloren haben, zur Eröffnung ganz gelassen zu fragen: „Was haben Sie falsch gemacht – wo doch die anderen noch drin, Sie aber nun draußen sind?“

Denn das habe ich in den vielen Praxisjahren erfahren: Erst wenn der „Patient“ weiß und akzeptiert(!), was ihm „fehlt“, kann eine erfolgreiche Therapie ansetzen. Mitunter fällt es den Betroffenen wie Schuppen von den Augen, wenn man sie mit den Regeln und damit der Wirklichkeit unseres beruflichen Systems konfrontiert. Wobei ich ja mit steigendem Alter auch meine Ansprüche zurückschraube:
Ich erwarte ja gar nicht (mehr), dass jeder die Ursachen seiner „Krankheit“ auch spontan in der Selbstdiagnose findet. Aber ich bin glücklich über jeden, der wenigstens intensiv sucht …

Kurzantwort:

Ärzte tun es täglich: Sie schließen aus Symptomen, also aus Anzeichen, auf die dahinter stehende Krankheit. Und sie warnen immer wieder davor, solche Zeichen zu ignorieren, selbst wenn dem Patienten noch nichts weh tut oder er nicht über sonstige Beeinträchtigungen klagt. Und Ärzte wissen auch: Gegen die meisten Krankheiten kann man etwas unternehmen – vorausgesetzt, man hat eine sichere Diagnose. Und die fängt mit der Zuordnung der Symptome an.

Frage-Nr.: 229
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 8
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-02-24

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