Heiko Mell

Betriebspraktika aus Unternehmenssicht

Zu Ihrem Aufruf (Frage 2242, VDI nachrichten Nr. 31/2008) können wir von unseren Erfahrungen berichten.

Wir sind ein kleines dynamisches Unternehmen mit fünfzehn Mitarbeitern und seit zwanzig Jahren am Markt. Neben dem klassischen Handel mit Industriearmaturen und Messtechnik werden bei uns zunehmend kundenspezifische Armaturen gefertigt.

Seit knapp zehn Jahren bieten wir unbürokratisch Plätze für Betriebspraktika an. Die Nachfrage nach technischen Praktikumsplätzen ist bei uns im Windschatten der RWTH bzw. der FH Aachen sehr groß. Die Dauer beträgt in der Regel zwei bis acht Wochen, hier richten wir uns nach den Wünschen der Praktikanten. Wir haben ein Grundkonzept, welches in Grenzen an die Vorstellung bzw. Anforderung des Einzelnen angepasst wird:

Die Praktikanten arbeiten bei uns in der Montage und im Lager-/Versandbereich mit. Einerseits erhalten sie Erklärungen und andererseits lernen sie, wie eine übersichtliche Firma funktioniert. Soweit möglich, erstellt jeder Praktikant irgendein Bauteil, welches bei uns eingesetzt werden kann. Die Praktikanten können bei Lieferfahrten auch Lieferanten und Kunden kennenlernen (einige übernehmen gelegentlich Fahrten allein). Bei Antritt des Praktikums sagen wir kein Geld zu, bisher hat jedoch jeder am Ende eine Geldprämie erhalten.

Bewerber um einen Platz sprechen uns teilweise telefonisch oder per Mail an, einige senden eine schriftliche Bewerbung. Jeder angehende Praktikant muss sich persönlich vorstellen. Er/sie muss Aktivitäten zeigen – die Form ist bei uns nicht so wichtig (schwierig wird es, wenn der Herr Vater für den Sohn anfragt …).

Wir bescheinigen die Ableistung des Praktikums mit Hinweisen auf die Tätigkeitsfelder, die in den Praktikumsanforderungen der jeweiligen Studiengänge/Hochschulen erhoben wurden. Mit der Anerkennung der Praktika durch die Hochschulen gab es bisher keinerlei Schwierigkeiten.

Bisher haben wir fünf Schülerpraktika und fünfundzwanzig Hochschulpraktika (davon drei Frauen) durchgeführt. Ein ehemaliger Praktikant ist seit drei Jahren fest bei uns angestellt, andere arbeiten hin und wieder als studentische Hilfskraft bei uns. Abgebrochen hat bisher nur ein Praktikant (schon am zweiten Tag).

Fazit: Wir betrachten dieses Engagement als sehr sinnvoll. Uns bringt es etwas, viele Praktikanten haben sicherlich Spaß an den Erfahrungen und auch an der Arbeit! Der Aufwand hält sich in absolut vertretbaren Grenzen und Probleme gab es bisher keine. Und nicht zuletzt: Der Umgang mit jungen „Mitarbeitern“ (oft unterschiedlicher Nationalität) fordert, spornt immer wieder an und macht Spaß!

Antwort:

Ein hochinteressanter Praxisbericht aus der Sicht des Unternehmens. Sehr gut dargestellt ist das Geben und Nehmen beider Seiten.

Ich finde auch, dass die sachlichen Aussagen sehr schön die bisher schon ausführlich veröffentlichten Empfehlungen unserer Leser ergänzen. Ganz nebenbei bekommt man hier einen Eindruck von der besonderen Flexibilität kleinerer Unternehmen. Wenn der Mensch an der Spitze etwas will oder akzeptiert, läuft die Sache einige Minuten später an und wird durchgezogen. Davon können Konzernvorstände nur träumen – der „Apparat“ ist halt zäh …

Frage-Nr.: 2275
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 48
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2008-11-26

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