Heiko Mell

Entscheidung in eigener Sache

Antwort:

Reden wir einmal nicht von jenen diversen Entscheidungen, die jeder von uns in seinem Tagesgeschäft im sachlich/fachlichen Bereich täglich treffen muss. Und sei es die, ein gerade ermitteltes Resultat zu akzeptieren und weiterzureichen – oder es vorsichtshalber doch noch einmal sorgfältig nachzuprüfen, mit dem hohen zeitlichen Aufwand, der damit verbunden ist.

Reden wir stattdessen von den Entscheidungen, die Sie in eigener beruflicher Sache von Zeit zu Zeit treffen müssen. Das beginnt mit der Festlegung für eine bestimmte Studienrichtung, geht über die Auswahl einer Laufbahn sowie des prägenden ersten Arbeitgebers weiter und umfasst Fragen wie „hier bleiben oder wechseln“, „einem attraktiven Angebot folgen oder dort absagen“ wie auch „Ehrgeiz für einen weiteren Aufstieg entfalten oder besser nicht“.

Sehr viele Menschen tun sich damit sehr schwer. Die gestellten Fragen in dieser Serie unterstreichen das ebenso wie die vorgebrachten Anliegen im Rahmen der individuellen Karriereberatung im Einzelgespräch. Sicher ist auch in diesem Bereich vorhandenes Talent (Entscheidungsstärke) unbezahlbar, aber darüber hinaus ist Hilfe für Unentschlossene möglich:

1. Es steht also eine Entscheidung an. Sie suchen Sicherheit, bevor Sie sich festlegen, Sie wollen so viele Argumente kennen, dass sich die Konsequenz für Sie daraus nahezu zwangsläufig ergibt – und Sie es später „nicht gewesen sind“, sondern dass Sie nur vollzogen haben, wofür nahezu alles sprach.

Das geht nicht! Eine Entscheidung ist kraft Definition die Festlegung auf eine von mehreren möglichen Handlungsvarianten – ohne dass die „besseren“ Argumente für eine davon sprächen. Üblich ist auch, dass der Ausgang der Angelegenheit von zukünftigen Entwicklungen abhängt, die man derzeit nicht oder nicht mit Sicherheit beurteilen kann.

Jede Entscheidung ist also geprägt durch einen – unterschiedlich großen – Anteil von „Augen zu und durch“! Sie können das auch anders formulieren: Entscheidungen sind eigentlich gar nicht zu verantworten – und müssen dennoch getroffen werden. Sie sind also mit Ihrem Problem in bester Gesellschaft – Millionen Menschen vor Ihnen haben keine bessere Ausgangslage gehabt. Akzeptieren Sie das wie Regenwetter zur Gartenparty.

 

2. „Und wenn ich das Falsche tue?“ Keine Angst, so genau erfahren Sie das in der Regel nie. Denn die Handlungsvarianten, die Sie mit Ihrer Entscheidung ausgeschlagen haben, spielt „das Leben“ nicht für Sie durch. Schön, Sie merken, dass Sie bei Müller & Sohn nach drei Jahren unglücklich geworden sind – aber niemand garantiert Ihnen, dass Sie bei Meier & Tochter nicht nach zwei Jahren bereits gefeuert worden wären. Oder etwas in dieser Art.

 

3. Wenn Sie entschieden haben, stehen Sie dazu – und verschwenden Sie keinen Gedanken an: „Hätte ich nicht doch besser …?“ Damit gewinnen Sie nichts, Sie verunsichern sich nur selbst. Verbieten Sie sich jedes Zweifeln nach vollzogener Festlegung.4. Fehler zu machen, ist generell ein Teil menschlichen Daseins. Man muss daraus lernen – für die nächste Entscheidung. Aber haben Sie keine Angst vor Fehlern, niemand geht ohne sie durchs Leben. Es sei denn, er macht gar nichts – aber was wäre damit alles verschenkt?

Kurzantwort:

Reden wir einmal nicht von jenen diversen Entscheidungen, die jeder von uns in seinem Tagesgeschäft im sachlich/fachlichen Bereich täglich treffen muss. Und sei es die, ein gerade ermitteltes Resultat zu akzeptieren und weiterzureichen – oder es vorsichtshalber doch noch einmal sorgfältig nachzuprüfen, mit dem hohen zeitlichen Aufwand, der damit verbunden ist.

Frage-Nr.: 221
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 50
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2004-12-10

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