Heiko Mell

Wenn sich Doktor-Ingenieure auten

Leser A: In einem Satz, der den „korrekten Gebrauch der Muttersprache“ betont, lassen Sie dem Frager eine Schreibweise von „Doktoringenieur“ durchgehen, die nicht den Vorgaben des Dudens entspricht. Ich zucke.

Leser B: Ich möchte Ihnen erst einmal für Ihre interessanten Hinweise in den VDI nachrichten danken. Muss mich wohl als kleiner Fan auten.

Antwort:

Zu A: Schön, der Duden sagt „Doktoringenieur“, der Einsender hatte „Doktor-Inge­nieur“ geschrieben. Das ist mir wurscht! Weil: Erstens ist dieser Mann Dekan (Frage 1.935) einer Uni und „macht“ Doktoringenieure, daher darf er das auch mit größerer Freiheit als andere schreiben. Und zweitens bin ich nun wirklich weder Rechtschreib-Fach­mann noch -Fanatiker.

Glauben Sie nur nicht, ich würde hier jede Kleinigkeit monieren, die mir auffällt. 99 % der Fehlleistungen korrigiere ich stillschweigend. Wollen Sie ein Beispiel? Leser B hat im Original geschrieben, er möchte mir für … bedanken. Darüber rede ich gar nicht erst.

Konkret: Ob Sie „Doktoringenieur“ oder „Doktor-Ingenieur“ schreiben, ist insofern nicht so wichtig, als beides gleichermaßen sinnvoll zu sein scheint, verständlich ist, der Schreibweise anderer Wortzusammensetzungen gleicht und weil auch der Duden bei der Abkürzung den „Dr.-Ing.“ mit Bindestrich kennt. Es wäre albern, dann bei der entsprechenden Langschrift-Variante „falsch“ zu rufen.

Ich weise hier vor allem auf sprachliche Fehler hin, durch die eine angestrebte Aussage gefährdet wird, die unlogisch sind, Fehlinterpretationen ermöglichen („Herr Meier sagt, Herr Müller ist dumm.“ Oder: „Herr Meier, sagt Herr Müller, ist dumm.“), die als bildungsrelevant gelten oder peinlich sind („Maschiene“, „mittelständig“).

Zu B: Ich gehe keinesfalls so weit, alle Feinheiten der Sprache als unwichtig anzusehen, ganz im Gegenteil. Zwar ernährt auch die Pom­mesbude ihr Publikum, aber deshalb wollen wir doch nicht die gepflegten Restaurant-Menüs abschaffen.

Aber Sie, Leser B., outen sich bitte; bei „auten“ zuckt nicht nur der Anglophile. Sie haben nicht etwa ein falsches Wort benutzt, Sie haben eines frei erfunden.

Frage-Nr.: 1955
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 36
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-09-09

Top Stellenangebote

Technische Universität Darmstadt-Firmenlogo
Technische Universität Darmstadt Universitätsprofessur Fahrzeugtechnik (W3) Darmstadt
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft W2 Professur Nachhaltige Werkstoffe in der Kunststofftechnik Aalen
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft W2-Professur für das Fachgebiet "Digitale Signalverarbeitung" Karlsruhe
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)-Firmenlogo
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH) Professor (m/w/d) für Automatisiertes Fahren / Fahrerassistenzsysteme (W3) Zwickau
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)-Firmenlogo
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH) Professor (m/w/d) für Sachverständigenwesen / Unfallrekonstruktion (W2) Zwickau
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)-Firmenlogo
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH) Professor (m/w/d) für Fahrzeugmesstechnik / Technische Akustik (W2) Zwickau
Stadt Dreieich-Firmenlogo
Stadt Dreieich Projektingenieur*in Kanal im Produkt Abwasserentsorgung Dreieich
Universität Stuttgart-Firmenlogo
Universität Stuttgart Professur (W3) "Thermische Energiespeicher" Stuttgart
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
DEKRA Automobil GmbH Bausachverständiger / SiGeKo (m/w/d) keine Angabe
Technische Hochschule Rosenheim-Firmenlogo
Technische Hochschule Rosenheim Professorin / Professor (m/w/d) für das Lehrgebiet Verfahrenstechnische Simulation Burghausen
Zur Jobbörse

Top 5 Heiko Mell…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.