Heiko Mell

Das erste Gebot

In der Beantwortung der 1875. Frage haben Sie unter Punkt 5 das erste Gebot zitiert. Auch wenn Sie offensichtlich durch einen Vergleich nur ein Prinzip deutlich machen wollten, aber m. E. setzen Sie damit einen Arbeitgeber – und somit letztlich Menschen – Gott gleich. Vielleicht war das gar nicht so beabsichtigt. Aber für mein Empfinden was das doch unangebracht. Denn das Erheben eines Menschen in den Status des in der Bibel beschriebenen Gottes ist Gotteslästerung.

Antwort:

Ich habe diese Zuschrift ein bisschen gekürzt, sonst bekommen wir hier noch eine Diskussion über Bibelstellen. Aber der Tenor der Einsendung ist erkennbar.

Gelegentlich warne ich meine Leser, nur niemals etwas Religiöses in Publikationen einzuarbeiten. Im direkten Gespräch kommt solch ein Beispiel wie mein damaliges Zitat zwar immer gut an, auch bei Vorträgen gibt es praktisch niemals Probleme.

Aber bei Veröffentlichungen für ein größeres Publikum liegt es, wie unser Einsender selbst formuliert, „in der Natur der Serie, dass immer mal wieder ein Leser sich an einer … Aussage stört“.

Gelegentlich fragen Leser, was ich mit meinen Warnungen vor religiös gefärbten Bemerkungen sagen will. Jetzt haben sie ein Beispiel. Ich will jetzt weder meine alte Aussage wiederholen, noch mich entschuldigen – beides wäre ja nicht im Sinne dieses Einsenders.

Den Vorwurf, das erste Gebot falsch zitiert zu haben, muss ich allerdings zurückweisen. Die evangelische Landeskirche in Württemberg beispielsweise veröffentlicht (Internet) das erste Gebot praktisch im Wortlaut identisch mit meinem Zitat, ohne die von Ihnen noch ins Spiel gebrachten Zusätze. In solchen Fragen will und muss ich nicht klüger sein als eine Landeskirche. Außerdem hatte ich vorsichtshalber formuliert: „…, spricht der Arbeitgeber im Sinne des ersten Gebotes: …“ Übrigens hat bisher beispielsweise keine Landeskirche oder sonstige maßgebliche Stelle an meinem Zitat Anstoß genommen. Also wird mein erstes Gebot schon richtig sein.Dennoch achte ich Ihre Gefühle.

Warum ich, wissend um mögliche Probleme dieser Art, solche Formulierungen überhaupt wähle? Wegen der Eindringlichkeit und Einprägsamkeit des gewählten Vergleiches. Ich gehe davon aus, mit dem von mir gezeichneten Bild einer Reihe von Lesern eine extrem wichtige Information eindringlich vermittelt zu haben – über Arbeitgeber und ihre Absolutheitsansprüche. Vielleicht konnte ich damit die eine oder andere Katastrophe für eine Familie jetzt oder in Zukunft verhindern. Natürlich rechtfertigt auch ein edles Motiv nicht jede denkbare Tat. Was ich sagen wollte ist: Keine Institution mit Absolutheitsanspruch mag „andere Götter“ neben sich. Damit ist nicht gesagt, dass sie selbst etwa …

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 1887
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 42
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2004-10-15

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