Heiko Mell

Olympiade und kein Ende

(Anmerkung des Autors: Es gab und gibt noch immer zahlreiche Zuschriften zu dem Thema. Für Uninformierte: Ich hatte in einer Antwort bei einem Beispiel das Wort „Olympiade“ für „Olympische Spiele“ gebraucht. Das hatten Leser kritisiert: „Olympiade“ sei die Bezeichnung für den Zeitraum zwischen zwei Spielen. Ich hatte erwidert, dass der aktuelle Duden „Olympiade“ sehr wohl vorrangig so erklärt, wie ich es unterstellt hatte und die Definition „Zeitraum zwischen zwei Spielen“ ausdrücklich nachrangig mit dem Zusatz „selten“ aufführt. Was man ja nachlesen kann.

Und ich hatte erklärt, für unsere Zwecke in dieser Serie reiche das, was im Duden steht; falls der sich irre, sei das nicht mehr „mein Bier“, klüger als der Duden wolle ich auf diesem Gebiet nicht sein.

Allein es hat nicht geholfen: Es kommen immer weitere Zuschriften zu diesem Thema. Mit Hinweisen auf die Unzulänglichkeit des Dudens in diesen Fragen, mit Drohungen in Richtung „Banausentum“ gegenüber Leuten, die so etwas nicht in „richtigen“ Lexika nachschlügen und Vorwürfen in Richtung „überhaupt“. Ich habe die Einsendungen hier einmal in dieser Form zusammengefasst, sonst wird es uferlos.)

Antwort:

Effekte wie dieser hier sind nicht mehr so ganz neu für mich. „Altgediente“ Leser werden sich erinnern: Wir hatten das beispielsweise bei früheren Themen wie „Sagt man in Bayern ‚das Butter““ oder gar bei „ein Kilo Kartoffeln“. Während meine zentralen fachbezogenen Thesen oder beiläufigen Aussagen – die ich oft für sehr viel gewichtiger und sensationeller halte – kaum oder selten solchen Wirbel auslösen.

Wie auch immer: Natürlich haben auch „Nebenkriegsschauplätze“ ihren Reiz, ich gebe das zu.Also wieder zur „Olympiade“: Fest steht, dass der aktuelle Duden meine Version absolut und zweifelsfrei deckt. Ich möchte auch bitte bei meiner Einstellung bleiben: Wie immer, gibt es verschiedene Aussagen in verschiedenen Büchern – aber wenn jemand die Variante wählt, die der aktuelle Duden präferiert, dann ist er in dieser Serie gegen den Vorwurf gefeit, etwas tatsächlich „falsch“ gemacht zu haben. Jeder darf versuchen, dem Duden Fehler nachzuweisen – aber das wollen wir denn doch nicht hier tun.

Die Geschichte mit der Olympiade als Bezeichnung für die Spiele ist übrigens so neu nicht: Ich habe hier noch ein „Das Fremdwörterbuch“, allerdings auch aus der Duden-Reihe, von 1990. Das sagt zur Olympiade: „1. Zeitspanne von 4 Jahren, nach deren jeweiligem Ablauf im Griechenland der Antike(!, d. Autor) die Olympischen Spiele gefeiert wurden.

2. a) = Olympische Spiele;

b) Wettbewerb …“Also auch da schon wird der fragliche Begriff gleichberechtigt neben der „Zeitspanne“ für „Olympische Spiele“ genannt, damit ist meine Version nicht falsch, und nun finde ich es genug. Und dem Leser, der stolz meinte, er habe ein Lexikon mit 15 Bänden, sei gesagt, ich habe eines mit 24 (Grüße aus dem Sandkasten). Aber die kann ich nicht immer mit mir herumtragen, also muss es der Duden für den Hausgebrauch tun.

Und damit kein Zweifel bleibt: Natürlich hat man früher (in der Antike) mit dem fraglichen Begriff nicht die Spiele, sondern die Zeitspanne dazwischen bezeichnet. Aber es war schon lt. älterem Fremdwörterduden keinesfalls falsch, damit die Spiele als solche zu bezeichnen.

Und bitte: Richten Sie weitere Kritik unmittelbar an die Leute, die solche Bücher herausgeben. Dies hier ist kein Germanistikseminar oder etwas in der Art. Natürlich mache ich Fehler; aber das war leider keiner.

Und auch: Weiß noch jemand, aus welchem Anlass ich das Beispiel mit der Olympiade eigentlich gewählt hatte? Nein? Sehen Sie, das ist das Schöne an Nebenkriegsschauplätzen – man ballert herum, und niemand weiß, worum es eigentlich geht!

Und noch: Ich besitze keine Anteile am Verlag des Duden und habe trotz der massiven Reklame noch immer kein derartiges Buch geschenkt bekommen. Schade eigentlich …

Frage-Nr.: 1835
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 12
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2004-03-18

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