Heiko Mell

Stab macht Spaß, Linie führt weiter

Antwort:

Es ist nicht von Belang, ob Ihr Arbeitgeber noch zwischen Stab und Linie unterscheidet oder andere Begriffe verwendet – Sie wissen, was gemeint ist.“Vorstandsassistent“, „Grundsatzfragen“, „Projektfunktion“ oder, als Spitze der Begehrtheitsskala bei jungen Akademikern mit Top-Noten und adäquaten Ambitionen, die „strategische Unternehmensplanung“ – das alles ist Stab. Und, das muss ganz offen gesagt werden, dort macht es Spaß.

Hoher fachlicher Anspruch, Dominierung des Konzeptionellen, Fortführung der Arbeit von der Hochschule oder vom Institut mit etwas anderen Mitteln, entrückt den Niederungen des Tagesgeschäfts mit Maschinen, die nicht laufen, mit Stückzahlen, die nicht stimmen, mit Tagesumsätzen, die nicht überzeugen und Kunden, die erst nicht kaufen und dann nicht zahlen. Und Termine gibt es zwar, aber nur die vom Management gesetzten und nicht wirklich drückende. Und man arbeitet mit anspruchsvoller Fachliteratur, kooperiert mit Unis, beschäftigt Berater – oder ist überhaupt selbst einer, was rein fachlich ja noch mehr Befriedigung zu versprechen scheint. Auch ich erinnere mich immer noch gern an fünf erste, prägende Berufsjahre im Stabsbereich eines Konzerns.Aber wer weiter will, muss irgendwann da raus, muss in die Linie, näher ans operative Geschäft. Das zwar oft im Detail mühsamer ist, aber dem Kerninteresse des Unternehmens näher liegt. Und dort muss hin, wer Karriere machen will. Sehen Sie, der „Leiter strategische Unternehmensplanung“ ist so nahe dran am Vorsitzenden des Vorstands – aber den Job bekommt er von dort aus nie.

Und bleibt man zu lange im Stab, gilt man bald als verdorben für das „richtige“ Geschäft. Im Grunde ist die Geschichte recht einfach. Stellen Sie sich die Kontrollfrage: Führt von meiner heutigen Funktion eine gerade Aufstiegslinie – über mehrere Ebenen bzw. Stufen – in die Geschäftsführung/in den Vorstand, entweder hier im Hause oder in anderen Firmen? Wenn Sie das bejahen können, sind Sie auf der sicheren Seite. Das gilt auch dann, wenn Sie die Top-Ebene gar nicht als Ziel haben, sondern z. B. auch mit der Stufe darunter zufrieden wären.

Müssen Sie die Frage verneinen und haben Sie entsprechend weitergehenden Ehrgeiz, dann hätten Sie erst noch den Wechsel in operative Funktionen einzuplanen, bevor dann dort der weitere Aufstieg zu suchen wäre. Dafür sollten Sie nicht zu alt sein.Warum das so ist? Jedes Unternehmen hat ein originäres Ziel – das durch die Arbeit von Linienfunktionsträgern erreicht wird. Stäbe helfen dabei. Aber wie das so ist mit Helfern – die Musik spielt woanders. Und noch ein Argument gilt: Stellen alle Stäbe schlagartig die Arbeit ein, gibt es Schäden oder Beeinträchtigungen erst viele Monate oder gar Jahre später: eine ungeheure Versuchung für jeden Sanierer in kritischen Zeiten …

Kurzantwort:

Es ist nicht von Belang, ob Ihr Arbeitgeber noch zwischen Stab und Linie unterscheidet oder andere Begriffe verwendet – Sie wissen, was gemeint ist.

Frage-Nr.: 174
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 40
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2003-10-02

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