Heiko Mell

Referenz: Dr. X, Vorsitzender des Vorstandes …

Antwort:

Es kann sein, dass Bewerbungsempfänger in einem späteren Stadium des Prozesses um Angabe von Personen bitten, die als Referenzgeber für diesen Bewerber fungieren können. Frühere oder sogar heutige Vorgesetzte sind sehr gut geeignete, interessante Ansprechpartner.

Manchen Bewerbern aber reicht das alles nicht. Weder möchten sie warten, ob überhaupt ein Interesse des Bewerbungsempfängers besteht, noch möchten sie auf den Eindruck verzichten, den sie eventuell erwecken könnten: Kennen sie doch angeblich Herrn Dr. X, Vorsitzender des Vorstands eines größeren Konzerns. Also prangt der, respektive sein Name, möglichst groß auf dem Deckblatt der Bewerbung. „Steht als Referenz zur Verfügung“, heißt es.

„Sehet her, mit was für bedeutenden Leuten ich umgehe“, signalisiert diese Art der Informationsaufbereitung. Der Leser ist berührt davon, eher jedoch unangenehm:

1. Meist ist die Position, auf die jene Bewerbung zielt, gar nicht so furchtbar einmalig oder extrem hoch aufgehängt, sondern solider mittlerer Management-Standard. Auf dieser Ebene schreibt man zwangsläufig zahlreiche Bewerbungen, bis eine zum Ziele führt. Wer Wege öffnet, muss aber damit rechnen, dass viele sie gehen. Was schlicht bedeutet, der Bewerber muss einplanen, dass viele Bewerbungsempfänger diese berühmte Führungspersönlichkeit bei ihrer Aufgabe der profitorientierten Lenkung des Milliarden-Konzerns stören, um sich statt dessen über Herrn Lehmann und seine Qualitäten zu unterhalten.Was so ein Top-Manager beim ersten Anruf dieser Art sagen wird, kann ich mir vorstellen. Was er aber dem siebzehnten Anfrager innerhalb drei Wochen entgegenschleudert, male ich mir gar nicht erst aus. Geht man als Bewerber so mit Vorstandsvorsitzenden um, wenn man sie denn kennt, und verschleißt den Kontakt für solche Banalitäten?

 

2. Ich habe noch nie angerufen in solchen Fällen. Die anderen vielleicht auch nicht. Setzt der Bewerber auf den „Erstarrt-vor-Ehrfurcht-Effekt“ – und geht davon aus, dass ohnehin niemand dort anzuklopfen wagt? Kennt er den Mann überhaupt? Ist er etwa eine Art Hochstapler?

 

3. Kernargument aber ist natürlich noch ein ganz anderes: Wenn dieser Top-Manager den Bewerber so gut kennt, dass er sich von Hinz und Kunz seinetwegen anrufen lässt – warum gibt (im eigenen Konzern) oder besorgt (bei befreundeten Häusern) er ihm nicht einfach mit einem Anruf einen Job? Oder will er eben das genau nicht – weil er den Bewerber kennt und ihn zwar fremden Firmen „gönnt“, aber den eigenen Einflussbereich doch lieber von ihm frei hält?

Erst wenn Sie darauf eine Antwort gefunden haben, geben Sie bei einer mittleren Managementposition wieder einmal den Konzern-VV als Referenz an.

Kurzantwort:

Manchen Bewerbern aber reicht das alles nicht. Weder möchten sie warten, ob überhaupt ein Interesse des Bewerbungsempfängers besteht, noch möchten sie auf den Eindruck verzichten, den sie eventuell erwecken könnten: Kennen sie doch angeblich Herrn Dr. X, Vorsitzender des Vorstands eines größeren Konzerns. Also prangt der, respektive sein Name, möglichst groß auf dem Deckblatt der Bewerbung. „Steht als Referenz zur Verfügung“, heißt es. …

Frage-Nr.: 172
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 38
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2003-09-19

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