Heiko Mell

Kein Talent stirbt unentdeckt

Antwort:

Ganz bewusst steht „stirbt“ in dieser Aussage – symbolisch für das Ende eines langen Weges. Das muss nicht einmal die Pensionierung sein, zwanzig Berufsjahre reichen auch. Dann aber gilt: Was wir erreicht haben, was aus uns geworden ist, spiegelt wider, was in uns gesteckt hatte.

Das moderne Arbeitsleben bietet jedem Talent enorme Möglichkeiten und Gelegenheiten, sich seine Bahn zu brechen. Wir können wechseln – den Ort, den Arbeitgeber, die Branche. Ja und durchaus sogar den Beruf. Wir können kämpfen, Ziele engagiert anstreben und das wieder und wieder. Dabei liegt es an uns, Prioritäten zu setzen, vieles zurückzustellen, um das zu erreichen, was wir wirklich wollen.

Zieht man Bilanz nach beispielsweise zwanzig Jahren, muss man sich der Erkenntnis stellen: Wenn bestimmte Resultate nicht kamen, waren bestimmte Talente nicht vorhanden. Wobei damit nicht eine einzige Eigenschaft oder Fähigkeit gemeint ist, sondern jenes Paket, das notwendig gewesen wäre für den Durchbruch. Ein Vorstandsmitglied muss nicht nur Menschen führen können – „das brächte ich auch noch zustande, setzte man mich auf seinen Platz“, mag mancher denken. Aber genau das ist nur die Spitze des Eisbergs: Zum „Paket“ gehören in diesem Fall der unbedingte Wille, nach oben zu kommen, die Bereitschaft, mehr zu leisten als andere, private Belange hinter beruflichen häufiger zurückzustellen sowie Durchsetzungsvermögen und taktisches Geschick. Und ein bisschen Glück für den allerletzten „Schubs“.

Aber mit 50 Sachbearbeiter zu sein und gleichzeitig zu glauben, man hätte durch-aus auch Vorstand werden können – das ist, gelinde gesagt, nicht besonders überzeugend.

Zu dem Punkt, auf den ich hinaus will, ist es jetzt nur noch ein kleiner Schritt: Man kann vom Berufsweg eines Menschen mit all seinen Erfolgen und Niederlagen sehr gut auf seine Talente schließen. Und genau das ist die Basis einer fundierten Bewerbungsanalyse. Das Prinzip: Was angeblich „drin“ stecken soll im Kandidaten, muss sich irgendwie „draußen“ im beruflichen Erfolgsprofil gezeigt haben, alters- und erfahrungsadäquat. Wo keine Ergebnisse erkennbar werden, sind Talente schlicht nicht da.Das ist ein bisschen pauschal, so aber läuft das „Spiel“. Und also bin ich vor allem deshalb nicht Kanzler der Republik, weil mir das Talentpaket dafür fehlt. Spezialisierte Talentsucher dürfen mit Fug und Recht an mir vorübergehen.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 17
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 12
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-03-24

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