Heiko Mell

Ich denke, also …

Antwort:

Descartes also dachte schon damals – und das ist bewiesen -, andere sogar schon vor ihm. Wie hat sich das nun weiterentwickelt, wie hat der moderne, gebildete Mensch das perfektioniert?

Ich fürchte, es steht nicht gerade gut darum. Wir müssen vielleicht sogar die Möglichkeit einer eher rückläufigen Entwicklung ins Auge fassen: Denken ist nicht eben „in“.Nehmen wir Bewerbungen. Diese enthalten u. a. zwei Arten von Dokumenten, die eng miteinander verzahnt sind: den Lebenslauf und die Zeugnisse. Der Leser wird im Normalfall zuerst den Lebenslauf systematisch durcharbeiten oder überfliegen, wie auch immer. Dann interessieren ihn die Zeugnisse. Dabei gilt es, nicht nur die Beurteilung zu erfassen, sondern auch die im Lebenslauf behaupteten Fakten zu überprüfen.

Dazu wiederum braucht man bei den Zeugnissen ein aus dem Lebenslauf entnommenes Identifizierungsmerkmal, um blitzschnell und ohne großen Aufwand zum dritten Arbeitgeber auch das passende Beurteilungsdokument zu finden. Die Daten zum Ein- und Austritt würden sich notfalls eignen, haben aber ihre Tücken: Mal stimmen sie tatsächlich, mal weichen sie durchaus ab (wobei Bewerber stets äußerst verblüfft reagieren, wenn man sie damit konfrontiert). Dann steht das Austrittsdatum mal im Kopf, dann wieder am Schluss oder überhaupt nirgends.

Dann gibt es konzerninterne Wechsel von einem Unternehmensbereich zum anderen, durch die eine große Dienstzeit in mehrere Einzelbeschäftigungsverhältnisse aufgesplittet wird. Nein, mit diesen Daten ist in Fragen der Zuordnung kein Staat zu machen. Wofür der Bewerber meist nichts kann.

Aber es gibt ja noch den Namen des Arbeitgebers. Wenn der dann bloß deckungsgleich wäre! Aber da steht dann im Lebenslauf schlicht „XYZ AG“ – das einzig in Frage kommende Zeugnis kommt jedoch von einer „Müller GmbH“. Und dann ist man verblüfft, traut seinen Augen nicht, blättert hin und her – und ärgert sich. Weil der Bewerber nicht gedacht hat. Beispielsweise daran, dass Lebenslaufphase und zugehöriges Zeugnis ein Mindestmaß an Übereinstimmung zeigen müssen.

Also denken Sie! Niemand in diesem Lande lernt alle Konzernzugehörigkeiten auswendig, niemand hat alle Firmenübernahmen im Kopf. Den Betroffenen kommt es vor, als seien sie mit ihrem Unternehmen der Mittelpunkt der Welt – und ist die Übernahme nicht durch die Presse gegangen, seinerzeit? Ist sie – wie die nachfolgenden fünfhundert auch. Also denken Sie – und sehen Sie zu, dass der über dem Zeugnis stehende Firmenname auch im Lebenslauf auftaucht.

Ob, wer nicht denkt, auch gar nicht ist? Und ob man das beweisen könnte? Zum Glück bin ich kein Philosoph …

Kurzantwort:

Wir wissen es alle: Im Original heißt es „Cogito, ergo sum“, was Teil der Pflichtbildung auch für Menschen ist, die nie Latein gelernt haben (auf Deutsch „Ich denke, also bin ich“, stammt vom französischen Philosophen René Descartes). Das ist heute nicht mehr die Sensation schlechthin, schließlich wurde die Aussage schon 1644 veröffentlicht.

Frage-Nr.: 168
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 33
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2003-08-17

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