Heiko Mell

Interesse zeigen!

Antwort:

Vom Bewerber wird einiges erwartet. Das gilt besonders, wenn er dann im ersten Gespräch vor seinem potenziellen neuen Vorgesetzten sitzt – und natürlich auf den einen guten Eindruck machen soll. Letzterer wiederum ist von der individuellen Erwartung dieses Chefs abhängig, worauf zurückgeht, dass ein und derselbe Mensch in Firma A überzeugt, aber von B eine Absage erhält.

Dennoch gibt es Erwartungen, die nahezu immer gehegt werden. Beispielsweise diese: Der Bewerber möge bitte Begeisterung demonstrieren für den offerierten Job, zumindest aber Interesse an demselben. Soviel kann der Vertreter des Arbeitgebers für sein Geld wohl auch verlangen, schließlich soll er die angebotene Arbeitskraft „kaufen“.

Bleibt die Frage, wie der gestresste Kandidat dem am besten gerecht wird. Klar ist: Schlicht zu erklären, man habe großes Interesse, reicht allein absolut nicht.

Die Lösung lautet: Der Bewerber soll Fragen stellen. Zum Unternehmen auch, besonders aber zur Position, zur Aufgabe, zur Organisation, zu Erwartungen des potenziellen Chefs etc. Das gilt auch, wenn Letzterer gerade ausführlich zu diesem Thema gesprochen hat – und es gilt besonders, wenn er auch noch gezielt zum Fragen auffordert.

Dabei ist zu beachten:

1. Diese Bewerber-Fragen haben stark rhetorischen Charakter. Sie dienen vorrangig dazu, das Interesse am Job zu unterstreichen und weniger dazu, wirklich an relevante Informationen zu gelangen (dazu ist das zweite Gespräch besser geeignet, weil man dann viel sicherer „im Sattel“ des künftigen Positionsinhabers sitzt und sich auch unbequeme Fragen erlauben darf, die auf den „Nerv der Sache“ zielen).

 

2. Ein Vorstellungsgespräch bedeutet Stress, der wiederum lähmt, blockiert oder irritiert so manchen Bewerber. „Vor lauter Schreck“ fällt ihm dann spontan keine Frage ein. Also sollte er sich vorbereiten – nach Studium der Internetdarstellung des Unternehmens einen Katalog von fünf bis zehn Fragen zusammenstellen. Den hat er dann als Gedächtnisstütze im Notizblock. Viele Arbeitgebervertreter mögen es, wenn sie die Vorbereitungsarbeit des Bewerbers für dieses Gespräch deutlich erkennen. Aber kaum jemand mag eine Liste mit 50 Fragen auf dem Tisch liegen sehen.

 

3. Allen Ernstes lautet die Überschrift dabei also nicht vorrangig „Was möchte ich alles wissen?“, sondern mehr „Was könnte ich denn so fragen?“ – um jenen Grad von Interesse zu zeigen, den der Partner erwartet.

 

4. Damit auch das ausgesprochen wird: „Mir fällt nichts ein, ich habe keine Fragen“ – ist ziemlich „tödlich“.

 

Kurzantwort:

Vom Bewerber wird einiges erwartet. Das gilt besonders, wenn er dann im ersten Gespräch vor seinem potenziellen neuen Vorgesetzten sitzt – und natürlich auf den einen guten Eindruck machen soll. Letzterer wiederum ist von der individuellen Erwartung dieses Chefs abhängig, worauf zurückgeht, dass ein und derselbe Mensch in Firma A überzeugt, aber von B eine Absage erhält….

Frage-Nr.: 153
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 13
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2003-03-27

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