Heiko Mell

Heiko Mell erdreistet sich

Ich beziehe mich auf die Frage 1.466 vom 25. Februar 2000, Thema „Arbeitgeberwechsel“.

Nach der Lektüre des oben genannten Artikels bin ich schon sehr erstaunt. Sie als möglicherweise mit Recht von sich selbst überzeugter Ratgeber sollten, wie ich finde, einen Artikel in einer so viel gelesenen Zeitung in einer sowohl sprachlich als auch inhaltlich-strukturell einwandfreien Form bringen (manche Bezüge beispielsweise sind beim besten Willen nicht nachzuvollziehen, vergl. Absatz c Ihrer Antwort: „… um Fragen vorzubeugen: Sie, der Einsender, sind schon ein solcher …“), bevor Sie sich erdreisten, die sprachlichen Ausrutscher Ihrer Leser zu maßregeln.

Antwort:

Also, geehrte Einsenderin, Sie denken nun, Sie hätten mich. Erwischt, „klein gekriegt“ oder was auch immer.

Nun lassen wir einmal das Erdreisten – ich hatte diese meine unnachahmliche Art ja in der Beantwortung der 1.465 Fragen vor jener 1.466. öffentlich zur Schau gestellt, der Fragesteller war also gewarnt. Übrigens bitten viele Einsender ausdrücklich um „gewohnt schonungslose“ Antworten, aus denen sie lernen möchten. Manchen scheint das sogar noch Spaß zu machen.

Womit wir beim Humor wären. Ich glaube ganz fest, dass Humorlosigkeit eine der schlimmsten menschlichen Eigenschaften ist. Ganz allgemein gesagt.

Nun zur Sache, die Sie nicht nachvollziehen konnten: Der Einsender, der ja weder namentlich genannt worden (wie immer), noch für die Leser einem bestimmten Geschlecht zuzuordnen war (er hätte Mann oder Frau sein können), hatte sich über das Klima in seinem Unternehmen negativ geäußert („Es weht ein harter Ton und es wird oft geflucht.“).

Die von Ihnen beanstandete Passage meiner Antwort lautet im vollständigen(!) Zitat: „Die Industrie ist schließlich kein Mädchenpensionat. Und um Fragen vorzubeugen: Sie, der Einsender, sind schon ein solcher (also keine Einsenderin, …).“

„Der Einsender“ – ein grundsätzlich neutraler Begriff, der aber andererseits auch geschlechtsspezifisch verwendet wird – dem ich sagte, das sei kein „Mädchenpensionat“, sollte „als ein solcher“ (Einsender, nicht als Einsenderin) gekennzeichnet werden. Was eben für die Leser anders nicht erkennbar war. Wegen des Begriffs „Mädchenpensionat“ hätten die Leser auch eine Frau vermuten können. Was auch deswegen denkbar gewesen wäre, weil sich Frauen vermutlich stärker darüber aufregen, wenn um sie herum geflucht wird, als Männer das tun.

Gut, ich gebe zu, dass ich statt meiner vielleicht etwas anspruchsvollen Formulierung auch hätte schreiben können: „Sie sind ein Mann.“ Aber warum hätte ich sollen? Ehrlich gesagt, ich hatte gehofft, Sie würden mit der extra gesetzten Klammer hinter „Einsender“ die Geschichte verstehen. Das war ein Irrtum und nun haben Sie es mir mal so richtig gegeben.

Frage-Nr.: 1477
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 14
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-04-07

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