Heiko Mell

Schwäche für Lob

Leser A (der Absender ist Professor an einer FH): Vor einiger Zeit forderten Sie auf, zu Ihrer Serie Stellung zu nehmen. dies hatte ich eigentlich schon seit Jahren vor.

Heute 62, bin ich nun schon fast 30 Jahre Dozent und daher kaum direkt von Ihrer Serie angesprochen. Und trotzdem habe ich den größten Teil Ihrer Beiträge gelesen. Ich habe alle Bücher durch die Bibliothek anschaffen lassen, empfehle sie immer wieder den Studenten in den Abschlusssemestern und habe auch schon versucht, auf Grund Ihrer Serie Übungen zu machen – leider nicht mit allzu großem Erfolg. Meine Kinder (Maschinenbauingenieur und Psychologin) versorge ich noch heute gezielt mit Ihren Aussagen. Übrigens: Ausgerüstet mit Literatur von Ihnen und anderen Bewerbungsempfehlungen für Ingenieure hat meine Tochter auf dem harten Markt für Psychologen auf drei Bewerbungen zwei Stellenangebote erhalten.

Wenn mich der Hafer sticht, so mache ich nach dem Lesen Ihrer Frage eine Pause und überlege mir eine Antwort. Welche Befriedigung, wenn ich mir großzügig ein Unentschieden zugestehen kann. Zu einem Sieg hat es noch nie gereicht.Wenn man Ihre allgemeinen Aussagen auf andere Lebensbereiche überträgt, so erhält man meiner Meinung nach mehr Anregungen für sein Weltbild als aus den meisten einschlägigen Büchern.

Nun, es ist offensichtlich – hier schreibt ein Fan, der auch gerne Ihre kleine Schwäche für Lob befriedigt.

Leser B: Ich bin langjähriger Leser Ihrer Karriereberatung und bewundere Ihre Art, den teilweise trockenen Stoff interessant und unterhaltsam aufzuarbeiten. Es macht einfach Spaß, die Karriereberatung zu lesen. Dass man dabei noch etwas über das System Berufswelt lernt, ist ein angenehmer und nützlicher „Nebeneffekt“.

Antwort:

Die Reaktionen von Menschen haben mich schon immer interessiert. Sie vorherzusagen, war stets eine besondere Herausforderung. Ich habe gerade auch durch diese Serie viel hinzugelernt. Besonders wertvoll für mich ist die Erkenntnis, dass es mit der Vorhersage so eine Sache ist. Die Menschen reagieren nicht einfach logisch, sie leisten sich Vorlieben und Abneigungen, auf die man durch bloßes Nachdenken nicht gekommen wäre.

Na schön, könnten Sie denken, was aber will er damit sagen? Die Moral von der Geschicht: Verachtet mir die Branchenkenntnisse nicht! Menschen in einer bestimmten beruflichen Situation und Umgebung neigen dazu, auf bestimmte Faktoren so zu reagieren, dass ein Außenstehender verblüfft davor steht. Und natürlich Fehler macht, Lehrgeld zahlt (wenn er die „Branche“ nicht kennt).

Ein Beispiel: Ich kann hier – fast – schreiben, was ich will, ich kann den Leuten ihr Weltbild einreißen, ihnen Dinge um die Ohren hauen, die eigentlich schon sehr weit gehen, ich kann von Zusammenhängen berichten, die viele als Sensation empfinden müssen – alles geht problemlos durch. Reaktionen mit negativem „Tiefgang“ sind eher selten. Heitere Diskussionen um „das Butter“ und „Kilo Kartoffeln“ vielleicht ausgenommen.

Aber Lob anderer Leser darf ich nicht abdrucken, das regt auf. Warum? Ist halt so, muss ein Serienbriefautor dieser Kategorie einfach wissen – oder lernen. Nun bekomme ich recht viel Zustimmung und muss – in vorsichtiger Dosierung – die Leser gelegentlich teilhaben lassen. Schon weil die Anerkennung durch andere bei gelegentlichen Zweifeln, ob denn das in der Praxis wirklich „so“ sein kann, durchaus Orientierungen zu vermitteln vermag. Heute also war wieder so ein Tag, da habe ich es riskiert. Und beachten Sie auch den Schlusssatz von Leser A: Das hat man davon, wenn man von Psychologen-Töchtern analysiert wird.

Frage-Nr.: 1476
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 13
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-03-31

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