Heiko Mell

LERSERREAKTION

Wissen Sie eigentlich, wie ich Ihre Artikel lese? In der Regel gebe ich mir fünf Minuten, die erste halbe für die Fragestellung: „Seit Jahren lese ich Ihre Artikel und …. bla …. schätze sehr …“ Wieso drucken Sie diesen Unsinn eigentlich jedesmal? Damit wir alle wissen, was für’n Hecht Sie sind?

Dann die Antwort, das erste Drittel überfliege ich, reines Geschwätz, Abhandlungen über Rechtschreibfehler (wie aufregend!) oder Belehrungen über Schreibweisen (wenn wir Sie nicht hätten!). Die Analyse ist besser, manchmal ganz interessant, ab und zu merkwürdig. Merkwürdig, aber wissenswert ist es auch, was in den Köpfen von Personalleuten vor sich geht. Den Rest lese ich genauer, Ihre Systemtheorie, die Strukturen, Ihre Erfahrungen. Der Teil ist wertvoll.

Warum schreibe ich Ihnen alles? Es ist vielleicht wie mit Ihren Bewerbern. Im Kern ist der Mann und was er schreibt ganz interessant. Aber diese Umschweife – kriegen Sie mal so’n Kram in einer Bewerbung zu lesen. Zwei Zeilen – und dann kommt der Zorn oder nicht? Geht mir nicht anders.

Antwort:

Einer von uns beiden hält sich für das Maß aller Dinge. Er entscheidet, was für ein paar hunderttausend Leser interessant ist, die sich auf Gruppen wie Studenten, Jungingenieure, Führungsnachwuchskräfte, Manager, Geschäftsführer, Inhaber, Personalfachleute u. a. verteilen. Denken Sie logisch: Mit jeder(!) denkbaren Ausrichtung könnte ich stets nur einen Teil davon richtig glücklich machen.

Bei Ihnen ist es mir nicht gelungen – wieder eine der zahlreichen Niederlagen, die das Leben mit sich bringt.Also die Sache mit dem gelegentlichen Lob am Anfang drucke ich mitunter ab – es steht in weit mehr Briefen so ähnlich drin – damit insbesondere die extrem ungläubigen jungen Leser (Studenten u. ä.) sehen: Es scheint doch einige Leute zu geben, die tatsächlich sagen, es sei etwas dran, obwohl man das eigentlich nicht für möglich halten sollte.

Mit Bewerbungen dürfen Sie meine Beiträge nicht vergleichen. Bewerber wollen etwas vom Leser. Ich jedoch will nichts von Ihnen. Den Unterschied hätten Sie auch selbst merken können. Hingegen biete ich dem, der es lesen mag, Hilfe an: Vermittlung von Kenntnissen über die Funktion des Systems, in und von dem der Leser lebt. Das ist mit dürren kurzen Worten nicht getan – die meisten Leute wissen wenig und glauben dem, der darüber schreibt, noch weniger. Da muß man – diese Serie richtet sich an lesegeschulte Akademiker – schon auch Hintergründe beleuchten, Zusammenhänge erklären usw.

Und die Rechtschreibung, die Schreibweisen? Es ist mir gleichgültig, ob jemand das mag – es ist schlicht notwendig! Sie natürlich glauben das nicht, kann ich mir schon vorstellen.

An der Stelle nun muß vom dramaturgischen Ablauf ein „Knüller“ kommen, am besten einer aus Ihrer Einsendung. Einfach so als Demonstration, wie wichtig auch der so vielgehaßte Rechtschreibeteil meiner Beiträge ist. Und schon habe ich Sie:

Man unterschreibt, geehrter Einsender, seine Briefe, richtig so von Hand und vergißt diese Unterschrift nicht! Auch bei Bewerbungen gilt das, beispielsweise. Sonst „gelten“ sie nicht. Haben Sie das nicht gewußt? Dann lesen Sie doch in Zukunft auch lieber wieder diesen Teil meiner Beiträge. Wissen Sie nun, was für’n Hecht Sie allzu lässig reizen wollten? Erst sehen, ob das eigene Pulver trocken ist, sagt der Volksmund.

Aber ich bedanke mich auch. Für die teilweise Anerkennung. Und für das schöne Beispiel.

Frage-Nr.: 1440
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 46
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 1999-11-19

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