Heiko Mell

Talentschwächen kann man ausgleichen

Antwort:

Beruflich erfolgreich arbeiten, begehrt sein auf dem Arbeitsmarkt, gelegentliche Beförderungen, von Gehaltserhöhungen ganz zu schweigen – das alles wäre doch schon etwas! Damit ließen sich doch fünfundneunzig Prozent der berufstätigen Akademiker glücklich machen.

Basis einer derart positiv-harmonischen Berufslaufbahn wäre die Einschätzung durch die jeweiligen Arbeitgeber, ein „guter“ Mitarbeiter zu sein, sonst läuft gar nichts. Wie wird man nun ein derart guter Entwicklungsingenieur, Vertriebsmitarbeiter, Fertigungsteuerer, Logistiker?

Fachspezifisches Talent für das Metier wird als zentrale Basis dafür häufig genannt. Und jeder von uns kennt Menschen, deren Begabung für das, was sie da tun, direkt ins Auge springt. Wenn dann noch fundierte Erfahrung dazukommt, kann Großes daraus werden.

Überraschenderweise bleibt es oft beim „kann“. Und umgekehrt erhalten mitunter Menschen höhere Weihen, deren Talent sich – vorsichtig gesagt – dem Betrachter nicht spontan erschließt.

Es muss also noch einen anderen Erfolgsfaktor geben, der Talentschwächen ausgleichen kann – dessen Fehlen aber auch allein auf Talent aufgebaute Karrieren ruiniert. Vor allem Ersteres ist von besonderer Bedeutung – weil Menschen mit eher nur „mittel“ ausgeprägtem Talent für ihr tägliches Tun die erdrückende Mehrheit bilden. Und denen bietet dieser zusätzliche Faktor eine riesengroße Chance!

Es geht um die Einstellung zur Arbeit: um Disziplin, Engagement, Zuverlässigkeit, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, Loyalität gegenüber dem Vorgesetzten und dem Haus (in dieser Reihenfolge). Fragen Sie einmal erfahrene Vorgesetzte: Ein nur durchschnittlich talentierter Mitarbeiter mit diesem Zusatzfaktor ist ihnen fast immer lieber als ein faules, undiszipliniertes und letztlich unkalkulierbares Genie.

Und während Talent nicht beeinflussbar, sondern ererbt ist, hat jeder einzelne Mitarbeiter die Chance, seine Einstellung zur Arbeit selbst festzulegen. Niemand kann sich zwingen, täglich die bahnbrechende Eingebung zu haben, aber jeder kann diesen „anderen Erfolgsfaktor“ beeinflussen.

Wobei diese Theorie auch die Extreme abdeckt: Ohne Talent und ohne die richtige Einstellung zur Arbeit ist man „raus“ aus dem Job – die anderen dürfen dann mit Steuergeldern einspringen. Und wer ausgeprägtes Talent hat und die optimale Einstellung zur Arbeit mitbringt, darf vom Vorstandsvorsitz träumen. Da Extreme selten sind, gehe ich einen Schritt zurück: Mit schwachem Talent und „starker“ Einstellung zur Arbeit kommen Sie entschieden weiter als umgekehrt. Vor allem aber gilt: Für fehlende Super-Begabung gibt es Ausreden, für mangelnde Disziplin, fehlendes Engagement, destruktive Einstellung und schulterzuckende Lässigkeit absolut nicht.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 124
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 31
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2002-02-08

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