Heiko Mell

Viel hilft viel

Antwort:

Gesucht sind „fleißige“ Mitarbeiter. Nun, genau gesagt, nennt man das nur auf den ganz unteren Ebenen so. Buchhalter sind fleißig, der Führungsnachwuchs und das Management zeigen sich dann doch eher „überdurchschnittlich engagiert“. Aber letztlich hat beides denselben Kern.

So weit, so unklar. Denn was ist „fleißig“, was „engagiert“? Das Lexikon kann hier nicht helfen: Entscheidend ist, was Vorgesetzte meinen, wenn sie es fordern. Versuchen wir es mit einem Trick: Was wäre das – dann also „tödliche“ – Gegenteil? Die Antwort fällt leicht, gemeint ist „faul“. Den Geruch davon also gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Hängt er einem Mitarbeiter an, kann der nicht nur seine Karriereträume begraben, er muß auch um seine Existenz fürchten.

„Nein“, werden Sie sagen, „das trifft mich nicht, faul würde mich niemand nennen, nicht einmal hinter meinem Rücken.“ Seien Sie nicht so sicher, es ist alles eine Frage des Maßstabes. Sie schaffen viel in Ihren acht Stunden täglich, sogar mehr als andere? Das bewiese selbst dann nichts, wenn es denn seinerseits überhaupt zu beweisen wäre.

Aber Sie geben zu, daß Kollege Müller jeden Tag zehn Stunden im Hause verbringt, Sie jedoch im Durchschnitt zwei weniger? Dann sieht es nicht so gut für Sie aus! Denn Müller ist demnach fleißig, engagiert sich, zeigt Einsatz, schuftet rund um die Uhr. Sie meinen nun, aus Ihren 40 Wochenstunden käme substantiell mehr heraus als aus Müllers 50? Na und? Wann wäre es irgendwo nur um die Sache gegangen! Na also.

Viel zeitlicher Aufwand, vor allem sicht- und nachweisbar, das gilt in großen Bereichen der Wirtschaft als Zeichen dafür, aus dem Holz zu sein, aus dem man gefragte Nachwuchs- und Führungskräfte schnitzt. Und die Effizienz spielt gar keine Rolle? Schon, schon: Wenn Sie in zehn Stunden mehr schafften als Müller in seinen zehn, dann hätten Sie einen Vorsprung. Und wenn Sie aber sogar mehr in Ihren acht als er in seinen zehn …? Sie würden damit schlicht die falsche Frage stellen. Wer abends lange bleibt, beruhigt die Entscheidungsträger nun einmal. Und Sie wollen die Ihren doch nicht etwa beunruhigen?

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 10
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 5
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-02-04

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