Heiko Mell

Ein Gruß an Heiko Mell nach 38 Jahren

Frage 1:

Vor 38 Jahren hatte ich das Vergnügen, Sie bei der MMC Sexauer & Mell in Rösrath (diesen Namen können wir ruhig nennen, ihn und das ganze Unternehmen gibt es nicht mehr; H. Mell) kennenzulernen. Sie hatten damals im Kundenauftrag eine Stelle als Sachbearbeiter in der Arbeitsvorbereitung annonciert. Als Student kurz vor dem Abschluss hatte ich mich darum beworben, was zu einer Einladung zum Kennenlernen führte. Sie haben mit mir dann auch das „Vorstellungsgespräch“ in relativ entspannter Atmosphäre im üblichen Umfang durchgeführt.

Am Ende unseres Gesprächs gaben Sie mir jedoch noch mit, ich solle mir keine Sorgen machen, ob es mit dieser Stelle nun klappen würde oder nicht. Nach Ihrem Dafürhalten würde ich meinen Weg im Berufsleben machen; das hörte sich durchaus ernst gemeint an.

Antwort 1:

Das war es mit Sicherheit auch. In meinen ca. 15 000 persönlich geführten Vorstellungsgesprächen bin ich öfter einmal auf Kandidaten gestoßen, die unabhängig von der Position, um die es zufällig gerade ging, irgendetwas an sich hatten. Ich konnte bestimmte Talente erkennen, war von der Ernsthaftigkeit des Engagements angetan oder voller Hochachtung für das bisher Erreichte, wenn man die Ausgangssituation betrachtete. Und da ich wusste, von welchen Umständen jenseits sachlicher Aspekte der weitere Verlauf eines Bewerbungsprozesses abhängen konnte und ich nicht wollte, dass der Bewerber sich von einer oft höchst willkürlich erteilten Absage entmutigen ließ, kam es zu Aussagen dieser Art. Ich bin beeindruckt, dass Sie das nach so vielen Jahren noch im Gedächtnis haben. Vielleicht hat das damit zu tun, dass auch ich auf meinem ziemlich „kurvenreichen“ Weg auf einzelne Menschen gestoßen bin, die mir über ihren Job hinaus einen positiven Anschubs gegeben haben.

Heiko Mell live erleben
Sie stellen Fragen zu Ihrer Karriere und Heiko Mell beantwortet sie – auf den Recruiting Tagen der VDI nachrichten.

Dortmund, Kongresszentrum Westfalenhallen 15. März 2019

Düsseldorf, Maritim am Flughafen 16. Mai 2019

Dortmund, Kongresszentrum Westfalenhallen 13. September 2019

So erinnere ich mich an einen Lehrer für Physik und Steno (!). Im erstgenannten Fach stand ich auf 1, im zweiten zwischen 5 und 6, das war einfach nicht mein Ding. Dieser Lehrer nahm mir per Handschlag das Ehrenwort ab, niemals einen Stenografen-Job anzutreten. Das sagte ich gerne bedingungslos zu. Daraufhin gab er mir in Steno eine 3 und alles war gut. Ich habe mein Versprechen übrigens ebenso gehalten wie seinen Namen in den Jahrzehnten seither in Ehren.

Frage 2:

Als Ihre Serie dann in den VDI nachrichten erschien, habe ich mich sehr gefreut („den kennst du doch!“), Ihre Beiträge stets aufmerksam verfolgt und auch versucht, die Ratschläge und Regeln zu verinnerlichen. Auch ich kann Ihnen bestätigen, dass die Industrie tatsächlich so tickt, wie Sie es beschreiben. Und die allerwichtigste Regel ist es, einen (sehr!) zufriedenen Vorgesetzten zu haben, dem man das Leben leichter macht und der nur dann den Mitarbeiter wirklich fördert. Ohne diese Förderung macht man keine Karriere! Und nebenbei braucht man ab und an etwas Glück.

Zu mir: Nach dem mit 1,9 bestandenen FH-Examen habe ich im Flugzeugbau als Sachbearbeiter in der Technischen Planung angefangen. Seither bin ich im Konzern geblieben, der seinen Namen oft gewechselt hat.  Ich wurde nach sieben Jahren AT-Mitarbeiter, weitere sieben Jahre später Manager und wiederum elf Jahre später zum Senior Manager befördert. Das war auch die von mir angestrebte Ebene; die nächsthöhere der leitenden Angestellten wäre ohnehin nicht meine Welt. Ich werde von meinem Vorgesetzten seit vielen Jahren überdurchschnittlich beurteilt, mein diesjähriges Zieleinkommen liegt bei 140 T€.

Selbstverständlich hat es Höhen und Tiefen gegeben. Ich habe in erfolgreichen Programmen, aber auch mehrere Jahre für den Papierkorb gearbeitet. Es war aber jederzeit interessant und ich hätte nie etwas anderes machen wollen. Auf mein Berufsleben schaue ich jedenfalls sehr zufrieden zurück. Mein Familien‧leben ist dabei glücklicherweise intakt geblieben, wobei meine Frau zeitweise mit Haushalt und drei Kindern wohl das ungünstigere Los gezogen hatte.  Auch heute freue ich mich noch über Ihre damalige Einschätzung. Ihre Serie hat an meinem Weg einen nicht geringen Anteil. Die Erkenntnisse versuche ich an meine Kinder weiterzugeben. Von Ihnen wünsche ich mir, dass Sie weiterschreiben, solange es Ihnen möglich ist und Spaß macht.  Die VDI nachrichten lese ich immer von hinten (wo Ihr Beitrag steht) nach vorn. Mit den besten Wünschen für Ihre Zukunft und ganz vielen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung.

Antwort 2:

Danke für diesen sehr interessanten Bericht. So etwas motiviert mich – nein, keine Angst, nicht gleich für die nächsten 38 Jahre, aber doch zum Weitermachen, solange es eben geht. Es ist schön und tatsächlich herzerwärmend, wenn man sieht, dass man nicht nur für den Papierkorb gearbeitet hat.

 

Frage-Nr.: 2.986
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 51-52
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2018-12-21

Von Heiko Mell

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