Heiko Mell

Als Afrikaner in D – wie als „Ossie in Wessieland“?

Seit einigen Jahren lese ich Ihre Karriereberatung und möchte Ihnen für die vielen Anregungen und offenen Worte danken.

Als Einsender der Frage 1388 (erschienen schon am 14.05.99) kam mir die Situation des deutschen Staatsbürgers afrikanischer Herkunft (Frage 1860) seltsam bekannt vor. Damals hatte ich als „Ossie“ so meine Probleme, in „Wessieland“ eine Stelle zu bekommen. Nun waren meine „Gräben“ zur bundesdeutschen Arbeitskultur sicher nicht so tief und/oder breit wie im angesprochenen Artikel, aber das Problem war das gleiche.

1999 hatte ich Glück und bekam in XX bei einem Dienstleister der Kfz-Zulieferindustrie die Chance, als Konstrukteur zu arbeiten. Mit einer aktuellen CAD-Schulung erhielt ich dort meine Chance schlechthin. Inzwischen „funktioniere“ ich ganz gut und leite auch schon zum wiederholten Mal ein kleines Projekt.

Dafür und für Ihre aufrüttelnden Worte bin ich dankbar und wünsche allen Suchenden Bereitschaft zur Anpassung und ebenso viel Glück. Die Ausdauer lohnt sich.

Antwort:

Ihr Hinweis auf Bereitschaft zur Anpassung in solch einem Fall ist mir sehr wichtig. Dieser Aspekt gehört zwingend dazu, wenn man über „abhängig Beschäftigte“ spricht – insbesondere, wenn diese einen Systemwechsel vollziehen.

Was Ihren damaligen Trip von Ost nach West angeht, können Sie noch ganz zufrieden sein: Sie waren damals nur ein „Ossie“ – das klang ja noch ganz liebevoll. Als ich 1957 aus der damaligen DDR in die Bundesrepublik kam, war ich „der arme Junge aus der Ostzone“ – dem Verdacht unterworfen, nicht richtig lesen und schreiben zu können. Noch schlimmer: Ich kannte die amerikanischen Schlager nicht und verstand die Texte auch dann nicht, wenn ich sie mehrfach anhören musste (nur den erwähnten Verdacht konnte ich nach und nach ausräumen).

Aber Sie sehen: Mit ein bisschen Anpassungsbereitschaft geht es. Heute gelte ich als Fachmann für die Feinheiten des hiesigen „Systems“ – nur die amerikanischen Schlager sagen mir immer noch nicht viel. Aber dies ist ein freies Land. Und niemand schießt mehr, wenn man innerhalb Deutschlands an den Ort seiner Wahl gehen will. Seien wir dankbar dafür. Es hätte viel schlimmer kommen können.

Frage-Nr.: 1867
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 31
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2004-07-29

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