Heiko Mell

Für 2 bis 3 Jahre in die USA ohne Job oder Studium?

Ich bin jetzt fast zehn Jahre berufstätig, derzeit als stellvertretender Niederlassungsleiter einer Engineering-Gesellschaft. Ich suche weitere Karrierechancen, die es intern nicht gibt.

Durch die Tätigkeit meiner Frau besteht jetzt die Möglichkeit eines 2- bis 3-jährigen USA-Aufenthaltes für mich.

1. Ist ein solcher Aufenthalt in den USA eine sinnvolle Alternative zum anstehenden beruflichen Wechsel in Deutschland? Ich müsste dort zunächst in einem einjährigen Intensivsprachkurs mein Englisch so verbessern, dass es ausreicht, um ein MBA-Studium zu absolvieren. Ist dieses Studium in meinem Alter noch sinnvoll, nach Rückkehr wäre ich 38? Da ich Sprachkurs und Studium aus eigener Tasche bezahlen müsste: Stehen dem genügend Chancen gegenüber, eine attraktive berufliche Position zu erreichen und diesen Betrag in Form eines höheren Gehalts zu refinanzieren?

2. Wie würde die berufliche Unterbrechung von 2 bis 3 Jahren von potenziellen Arbeitgebern gesehen, wenn am Ende kein MBA-Abschluss steht, sondern nur die Vervollkommnung der englischen Sprache, die Erweiterung des geistigen Horizonts und das intensive Kennenlernen einer anderen Kultur? Wie beurteilen Sie dann die Chancen auf einen beruflichen Wiedereinstieg?

Antwort:

Mit dem MBA als solchem haben wir uns hier nun wirklich ausführlich genug beschäftigt.

Daher zu 1. nur so viel: Es gibt keinerlei Garantie, dass der Aufwand sich „auszahlt“. Sie sind TU-Ingenieur, der MBA bringt Ihnen ein interessantes Zusatzwissen, hebt Sie aber nicht in eine neue Qualifikationsebene. Und: In Deutschland ist es nicht üblich, in Ihrem Alter die Berufstätigkeit aufzugeben und für zwei bis drei Jahre zu unterbrechen, wofür auch immer. Rechnen Sie also auch mit kopfschüttelnden Vorbehalten späterer Bewerbungsempfänger. Und also mit Misserfolgen beim beruflichen Wiedereinstieg.

Zu 2: Damit haben Sie ein ganz neues Thema aufgetan, das hatten wir noch nicht.

Vor dieser Variante warne ich eindringlich! Wenn Sie die Berufstätigkeit auf diese Weise unterbrechen, tun Sie in den Augen späterer Bewerbungsempfänger schlicht gar nichts für zwei bis drei Jahre. Das wirft Sie erheblich zurück, es könnte Ihren Werdegang total ruinieren.

Die von Ihnen angesprochenen positiven Aspekte eines so langen „Ferienaufenthaltes“ in einem fremden Land sind dagegen noch nicht einmal Tröpfchen auf einem äußerst heißen Stein.

Nein, Sie müssten, wenn Sie nicht studieren, in jedem Fall dort arbeiten, wobei an die Qualität des Tuns keine extrem hohen Erwartungen gestellt werden. Als „Beweis“ für eine sinnvolle Beschäftigung wäre dann schon der MBA sehr viel besser – aber der kostet Sie viel Geld.

Kommt der MBA nicht in Frage und lässt sich für Sie eine sinnvolle Beschäftigung nicht realisieren – dann dürften Sie aus der Sicht einer Karriereberatung nicht dorthin gehen.

Es ist leider ein ungelöstes Problem unseres Regelwerks: Sind zwei Partner mit hochwertiger beruflicher Ausbildung engagiert berufstätig und ehrgeizig, wird es früher oder später Schwierigkeiten allein aus räumlichen Gründen geben. Oder: Was den einen Partner fördert, wirft den anderen zurück. Lösungsansätze können nur durch individuelle Toleranzbereitschaft gefunden werden.

Kurzantwort:

Eine nach dem Studium begonnene Berufstätigkeit unterbricht man grundsätzlich nicht für einen längeren Zeitraum, schon gar nicht, um irgendwo „Land und Leute“ kennen zu lernen.

Frage-Nr.: 1851
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 22
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2004-05-27

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