Heiko Mell

Karriereberatung technologiefeindlich?

Immer wieder lese ich in den VDI nachrichten Artikel, in denen mangelnde Flexibilität und ein Mangel an Bereitschaft gegenüber neuen Technologien als Handikap, insbesondere von deutschen Ingenieuren, dargestellt wird.

Um so mehr hat mich die Antwort von Herrn Mell auf die Frage Nr. 1341 erstaunt. Darin wünscht Herr Mell, doch bitte auf dem herkömmlichen Postweg und nicht etwa per e-mail angeschrieben zu werden. Die Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren, denn sie sind in meinen Augen gegenstandslos.

Meiner Meinung nach können sich der VDI, dessen Presseorgan und insbesondere die darin enthaltene „Karriereberatung“ eine solche technologiefeindliche Einstellung nicht leisten, wenn sie weiter glaubwürdig bleiben wollen.

Antwort:

Überschrieben haben Sie Ihre Ausführungen mit „Karriereberatung“ – und aus!

„Sie müssen noch sehr jung sein – nur in diesem Alter neigt man zu solchen Radikallösungen.“- und aus!“ Sie würden also wirklich diese Karriereberatung kippen wollen, weil ich in einem fünftklassigen Problembereich (am Thema gemessen) eine andere Meinung vertrete als Sie? Überlegen Sie doch einmal, was Sie da so von sich geben.

Natürlich ist es Ihr gutes Recht, mit manchen Dingen nicht einverstanden zu sein. Aber die Regel lautet: Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Was Ihnen offenbar vorschwebt.

Selbstverständlich kann man auch der Meinung sein, diese Serie solle „-und aus!“-geschaltet werden. Aber dann doch bitte wegen wesentlicher Inhalte oder des Vorwurfs gähnender Langeweile oder etwas in dieser Preislage. Aber doch nicht wegen einer Frage der Beförderung von Meinungsäußerungen auf unterschiedlichen (Post )Wegen! Wissen Sie, was Prioritäten sind?Hübsch ist auch Ihr: „Die Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren …“ Aber Forderungen stellen, das geht locker.

Was meinen Sie, warum die Wirtschaft so engagiert junge Studienabsolventen „mit erster Berufspraxis“ sucht? Weil die Betroffenen normalerweise in dieser Zeit etwas lebenserfahrener und „ruhiger“, mehr abwägend als aufbrausend geworden sind.

Und weil sie sich vorstellen können, daß andere sich bei bestimmten Haltungen und Aussagen etwas denken. Wie ich beispielsweise. Sie wollten nicht über meine Gründe diskutieren, aber ich möchte es jetzt. Also:

Zur Erinnerung sei gesagt, daß ich natürlich nicht das Instrument e-mail verdammt habe. Nur aus guten Gründen rate ich von der Benutzung bei Einsendungen zu dieser Serie eher ab. Beispielsweise deshalb, weil alles verlagsintern ausgedruckt, gesammelt und mir gemeinsam mit den anderen Zuschriften per Post in gewissen Abständen zugesandt wird. Da sehr vielen Zuschriften (Papier )Anlagen wie komplette Bewerbungen, Zeugnisse etc. beigelegt sind, ist der Postweg vorläufig unverzichtbar; die Schnelligkeit einzelner e-mails verpufft.

Mein Hauptargument aber ist nach wie vor: Wenn Sie wüßten, wie die Dinger hier ankommen, wären Sie weniger stolz darauf. Ich weiß nicht, wo die Ursachen liegen, es ist für mich auch nicht wichtig. Aber ich mache mir jetzt einmal die Mühe, drei nacheinander stehende Wörter aus Ihrer Zuschrift als Beispiel hier abzudrucken. Dann urteilen Sie selbst, ob Sie gern Ihren Namen darunter gesetzt haben möchten:

„Die Grlnde mvchte …“ Immerhin: Das erste Wort ist völlig richtig und sofort lesbar; ein technischer Triumph.

Also schreiben Sie mir, wie Sie wollen. Aber schreiben Sie mir nicht, wo technisch die Ursachen für diesen Blödsinn liegen. Er ist möglich und er passiert dauernd. Und er liegt in jedem Fall außerhalb meiner Einwirkungsmöglichkeiten. Da ist es doch anständig, wenn ich vor den Folgen warne. Mit freundlichen „Grl_en“ (auch original aus Ihrer Einsendung zitiert).

Ach ja, den VDI und diese Zeitung muß ich noch in Schutz nehmen. Bei ersterem bin ich nicht Mitglied und bei zweiterer nicht Mitarbeiter. Ich bin Gastautor, der selbst für das verantwortlich ist, was er unter seinem Namen schreibt. Und wenn es meine einzige Schwäche ist, daß ich Briefe bevorzuge, die wenigstens ungefähr den Regeln unserer gemeinsamen Muttersprache gehorchen, dann geht das doch gerade noch, oder?

Kurzantwort:

Wessen Name unter einem Brief steht, der verantwortet denselben, nebst Rechtschreibung und Äußerem.

Frage-Nr.: 1350
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 49
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 1998-12-10

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