Heiko Mell

Gehalt nennen?

Ich bin mir sehr unsicher, ob ich mein jetziges Gehalt (bzw. Gehaltsvorstellungen) in meiner Bewerbung erwähnen soll. Grund dafür ist, dass es relativ hoch sein könnte: 85.000,- EUR + Firmenwagen. Deshalb befürchte ich, gar nicht eingeladen zu werden. Im Bewerbungsgespräch kann ich meist überzeugen und hoffe so, dass der neue Arbeitgeber eher bereit ist, mehr auszugeben. Ich habe bereits gekündigt, deshalb kann ich vielleicht auch nicht mehr so hoch pokern.

Antwort:

Vom Begriff „pokern“ bei der Suche nach einer anspruchsvollen beruflichen Existenz rate ich ab. Poker ist ein Glücksspiel – bei dem Sie nur gewinnen können, wenn die anderen verlieren. Und es geht um Bluff, um das Erwecken eines falschen Eindrucks beim Mitspieler etc. Bei Bewerbungen geht es jedoch um den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses.

Ein „hohes Gehalt“ nach absoluten Maßstäben gibt es nicht, es geht immer um den „Marktwert“, den ein Bewerber derzeit hat. Da spielen die hierarchische Stellung, der Tätigkeitsbereich, der Verantwortungsumfang, die Branche, die Konjunktur und natürlich der Werdegang des Kandidaten mit hinein.

Die von Ihnen genannte Summe ist sehr hoch, wenn ein ausführender Sachbearbeiter ohne Führungsfunktion gesucht wird – und verdächtig (im Sinne der Qualifikation) niedrig, wenn es um den Geschäftsführer eines Unternehmens mit 1.000 Mitarbeitern geht.

Sie sind Key Account Manager, also vertrieblicher Betreuer sehr großer, sehr wichtiger Kunden. Da gibt es diese Gehaltsgrößenordnung durchaus, je nach verantwortetem Umsatzvolumen.Rechnen Sie doch Ihr Ist-Gehalt noch einmal ganz genau nach: Sind es nicht eigentlich nur 78.000 EUR, während der Rest variabel oder zumindest leistungsbezogen ist? Versuchen Sie es einmal mit der Angabe dieser Summe, z. B. so: „Mein Grundgehalt (ersatzweise ‚Fixgehalt“) beträgt ca. 78.000 EUR, entscheidend für mich ist jedoch die Aufgabenstellung.“ Im Gespräch schieben Sie dann die „variablen Anteile/Leistungszulagen“ nach. Es ist im Zweifelsfall immer empfehlenswert, mit einer etwas kleineren Zahl überhaupt erst einmal in ein Gespräch hineinzukommen. Und im Extremfall ist ein Job zu 78.000 EUR immer noch besser als eine Arbeitslosigkeit zu 85.000 EUR.

Nur Ihre Eigenkündigung ohne neuen Job war ein so schwerer Fehler, dass Sie große Mühe haben werden, dafür eine halbwegs akzeptable Ausrede zu finden. Falls Sie jetzt nämlich arbeitslos werden, dann sind Sie es nach Aktenlage „auf eigenen Wunsch“. Das klingt dann gar nicht gut!

Frage-Nr.: 2526
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 47
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2011-11-25

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