Heiko Mell

Ausgerechnet mein Wunscharbeitgeber will mich nicht

Seit Ende meines Studiums und auch schon bei der Erstellung meiner Diplomarbeit versuche ich, eine Stelle bei meinem Wunscharbeitgeber zu bekommen. Mit dessen Produkten kann ich mich absolut identifizieren, was ich von meinem jetzigen (zweiten) Arbeitgeber gar nicht behaupten kann und von meinem ersten nur bedingt.

Leider wurden jedoch alle fünf Bewerbungen nicht angenommen, ob ich mich nun auf eine Ausschreibung hin beworben hatte oder initiativ.

Es gab nur eine Ausnahme: Über Beziehungen kam ich dort zu einer Vorstellung in einem anderen Bereich. Die wollten mich sofort einstellen, allerdings habe ich abgesagt (man bot mir technischen Einkauf, ich wollte lieber in F&E bleiben).

Meine Bewerbung liegt jetzt, nach entsprechender Abstimmung mit dem für die erfolgreiche Bewerbung zuständigen Personalrat, bei der für F&E zuständigen Personalrätin. Die ist jedoch total abweisend und unfreundlich zu mir.

Was kann ich jetzt noch tun?

Antwort:

Sie haben mir gegenüber das Unternehmen benannt. Es ist ein bekanntes, erfolgreiches Industrieunternehmen größerer Art. Ich kannte es einmal gut.

Sie wissen, was ein Betriebsrat ist? Die aus der Belegschaft heraus und von der Belegschaft gewählte Vertretung der Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber – das alles in Unternehmen der freien Wirtschaft. Der Betriebsrat heißt im öffentlichen Dienst Personalrat. Eine Personalrätin ist also ein weibliches Mitglied der Belegschaftsvertretung im öffentlichen Dienst.

Demgegenüber ist die im Personalwesen eines Wirtschaftsunternehmens angesiedelte Betreuerin eines Unternehmensbereichs z. B. eine Personalreferentin. Wenn Sie diese Dame „Personalrätin“ nennen, darf die „total abweisend und unfreundlich“ zu Ihnen sein und Sie ungeeignet nennen, wofür auch immer.

Falls Sie den Begriff „Personalreferentin“ nicht kennen, bezeichnen Sie die Dame als „Mitarbeiterin des Personalwesens“, aber nicht mit solch falschen, praxisfremden Begriffen.

Sagen wir es einmal so: Wer das nicht weiß, empfiehlt sich auch nicht für eine Tätigkeit in diesem Unternehmen.

Grundsätzlich gilt:1. Man soll nicht unbedingt zu einem einzigen Arbeitgeber gehen wollen (noch dazu nicht, wenn man „zufällig“ sehr nahe an dessen Standort wohnt). Man sucht sich einen bevorzugten Arbeitgebertyp, ggf. eine bevorzugte Branche aus, sieht zu, dass dann möglichst viele Firmen infrage kommen, bewirbt sich dort breit und unterschreibt bei einem Unternehmen den Vertrag.

Man muss als Angestellter die Arbeitsmarkt-Vielfalt eines Landes mit 80 Millionen Einwohnern zielstrebig nutzen, um letztlich den größten Erfolg für die eigene Laufbahn herauszuholen. Sich dabei auf vielleicht 1 % aller typgleichen Häuser zu konzentrieren, ist nicht zu verantworten. Das ist auch für spätere Phasen des Werdeganges von Bedeutung: Jeder muss heute damit rechnen, zum Arbeitsplatzwechsel gezwungen zu werden (Teilverkauf, Vollinsolvenz, Produktbereinigung, Outsourcing, Belegschaftsabbau, Krach mit Chefs). Wenn man sich dann auf „für mich kommt nur dieses eine Haus infrage“ festgelegt hätte, wäre ja irgendwie „alles aus“.

Also: Ihr zentraler Denkansatz, Ihr Ziel ist nicht regelkonform. Geben Sie das Vorhaben schon aus Prinzip auf. So „schön“ kann eine einzelne Firma gar nicht sein.

2. Man soll sich ja lernfähig zeigen: Dieses Unternehmen hat fünf Ihrer Bewerbungen abgelehnt. Die Manager dort wollen Sie nicht in ihrer F&E haben! Sie nun haben doch auch Ihren Stolz! Man muss mit Zurückweisungen zu leben lernen. Mindestens ein Leser dieser Zeitung liebt mich auch nicht. Nun denn. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Vielleicht liegt ja die Ursache in Ihrem Werdegang, in der Häufigkeit Ihrer Wechsel, der Qualität Ihrer Zeugnisse. Und dass der Einkauf Sie gewollt hätte, empfiehlt Sie nicht gerade für F&E. Vielleicht hätten Sie damals unterschreiben sollen … Oder auch: Besser als Bewerber abgelehnt als nach der Probezeit entlassen.

Kurzantwort:

Das Berufsleben ist viel zu komplex, als dass man sich auf nur einen einzigen Ziel-Arbeitgeber beschränken dürfte.

Frage-Nr.: 2302
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 13
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2009-03-25

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