Wie lange danach auf Nachricht warten?

Ich hatte vor zwei Wochen ein Vorstellungsgespräch. Bei der Verabschiedung wurde mir mitgeteilt, dass sich noch weitere Bewerber vorstellen würden und dass dieser Prozess ca. drei Wochen in Anspruch nehmen würde. Ist es ratsam, in dieser Situation telefonisch nachzuhaken? Gibt es eine Regel, wie lange man auf Zwischenbescheide dieser Art warten sollte?

Antwort:

Das Grundübel besteht darin, dass sich die Unternehmen im gesamten Bewerbungsprozess entsetzlich lange Zeit lassen – und noch nicht einmal diesbezügliches Unrechtsbewusstsein zeigen. Das liegt vermutlich daran, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellen, wie es in ihren Hochglanzbroschüren immer so schön heißt?Jedenfalls dauert es in jeder einzelnen Phase entsetzlich lange. Die traurige Botschaft: Niemand kann etwas dagegen tun. Personalleute möchten schon, sind aber auf die Fachvorgesetzten angewiesen. Die haben zwar dringenden Bedarf, finden Bewerber aber eher lästig und kümmern sich lieber um ihr Tagesgeschäft als um Leute, die vielleicht dann doch nicht kommen, selbst wenn man sie einstellen möchte, die selbst, wenn sie kommen, erst in sechs Monaten kommen und dann auch noch erst eingearbeitet werden müssen.Für Bewerber heißt das: Ob Sie anrufen oder nicht, es nützt gar nichts. In der Regel verärgern Sie nur die Adressaten Ihrer Anfragen (die eingestehen müssten, dass sie gar nichts tun können, weil die Geschäftsleitung derzeit …). Ich weiß zwar auch, dass manche Bewerbungsratgeber empfehlen, durch Anrufe Interesse zu zeigen, rate aber ab. Natürlich mag es auch schon einmal den Fall gegeben haben, dass ein energischer Nachfrager jemanden begeistert hat, aber die Gefahr des Verärgerns ist größer.In der Sache ändert sich gar nichts, ob Sie nun nachfragen oder nicht. Dass man Ihren Fall schlicht vergessen hat und durch Sie erst wieder erinnert wird, geschieht niemals. Sie könnten, das wäre noch am problemlosesten, so zehn Tage nach dem Gespräch schriftlich kundtun, wie toll Sie das alles fanden, dass Sie alles durchdacht und weiterhin großes Interesse hätten. Das nützt zwar auch nichts, aber Sie fühlen sich besser.Und was die Fristen angeht: Wenn Sie 14 Tage nach dem Vorstellungsgespräch nichts hören, läuft die Entscheidung gegen Sie. Bewerben Sie sich mehrfach, entscheiden Sie sich dann für jemanden, der Sie spontan will und legen Sie eine nach drei Monaten kommende Absage kopfschüttelnd zu den Akten. Sie können das Kopfschütteln auch sein lassen – der Effekt ist derselbe.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 2178
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 49
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2007-12-07

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