Heiko Mell

Die Namen der Spender …

Mir stellt sich die Frage, wie ich in Bewerbungen mit meinem Stipendium umgehe. Da es sich um eine Zuwendung einer politischen Stiftung handelt, die natürlich einer Partei nahe steht, ist davon auszugehen, dass Personalchefs dies auch negativ werten könnten. Andererseits möchte ich diese Auszeichnung, welche ein solches Stipendium ja auch darstellt, nicht einfach verschweigen.

Wie kann man sich in einer solchen Situation helfen? Ist es eventuell sinnvoll, sich mit einer Formulierung „Stipendiat einer politischen Stiftung“ zu helfen?

Antwort:

Ein absolut sinnvolles und empfehlenswertes Lebensprinzip lautet: Ich stehe zu dem, was ich bin, was ich denke und – vor allem – was ich getan habe.

Haben Sie sich also von einer einseitig ausgerichteten Gruppierung fördern lassen (eine rein sachlich und völlig wertfrei gemeinte Feststellung), dann sollten Sie auch dazu stehen und „Ross und Reiter“ nennen. Alles andere wäre ein wenig unaufrichtig, nicht wahr? Schließlich macht die Annahme von Geld immer auch ein wenig abhängig. Zumindest in den Augen anderer Leute („Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“).

Nun wissen aber viele Bewerbungsleser nicht (ich garantiere das), wie man an Stiftungs-Stipendien kommt, welche Ausgangsvoraussetzungen man erfüllen muss: Ist es erforderlich, dass der Vater oder die Mutter stramm zur Partei-Fahne stehen, bevor das Kind gefördert wird? Oder muss das „Kind“ selbst ideologiefest sein? Oder fördern die Stiftungen auch Kinder politischer Gegner, wenn die nur intelligent und/oder bedürftig genug sind?

Und weil viele Leute das nicht wissen, werden sich viele Leute so ihre eigenen Gedanken über die politische Einseitigkeit von derart geförderten Bewerbern machen. Also halte ich es hier für noch vertretbar, als Bewerber ggf. gar nichts über die Förderung zu schreiben. Man schreibt ja beispielsweise auch nicht vor lauter Ehrlichkeit: „Das Geld zum Studium stammt von meinem Onkel Karl, der es beim illegalen Pokerspiel gewonnen hatte.“ Damit verzichtet man natürlich auf das Renommieren mit der „Auszeichnung, welche ein solches Stipendium ja auch darstellt“. Nur bei „Tendenzbetrieben“ oder politisch einseitig ausgerichteten Unternehmen sollte man mit dem Verschweigen vorsichtig sein – die könnten das übel nehmen.

Nicht schreiben würde ich pauschal „Stipendiat einer politischen Stiftung“. Damit erwecken Sie den Verdacht, aus einer ganz extremen Ecke gefördert worden zu sein, vor der selbst Sie sich fürchten.

Falls Ihnen ein statistisches Argument hilft: Bewerbungen, in denen von einem solchen Stipendium die Rede ist, sind sehr selten.

Frage-Nr.: 1480
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 15
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-04-14

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