Heiko Mell

Sind das alles Chaoten?

Viele der Einsender zeigen einen Werdegang, den man nur noch als „kaputt“ bezeichnen kann. Auch eine Reihe von Einzelfragen zeugt nach meiner Einschätzung von eher chaotischen Denkstrukturen. Wo nehmen Sie diese Fälle alle her?

Antwort:

Viele der Einsender zeigen einen Werdegang, den man nur noch als „kaputt“ bezeichnen kann. Auch eine Reihe von Einzelfragen zeugt nach meiner Einschätzung von eher chaotischen Denkstrukturen. Wo nehmen Sie diese Fälle alle her?

Antwort: Ich habe diese Frage aus mehreren ähnlich lautenden und immer wieder gestellten Bemerkungen dieser Art zusammengestellt. Und ich beantworte sie gern:

Nein, von Ausnahmen abgesehen sind die hier dargestellten Fälle keine seltenen Extreme, sondern auf ihre besondere Weise durchaus typisch. So wie hier dargestellt sieht die berufliche Welt in großen Teilen schon aus, ich achte auf eine gewisse Allgemeingültigkeit. Versuchen Sie einmal, mitlesen zu dürfen, wenn irgendwo hundert Bewerbungen um eine Position eingehen. Dabei reden wir hier nur von akademisch gebildeten Kandidaten und anspruchsvollen Positionen. Nicht ohne Grund sind nur etwa 10-15% aller Bewerber so gut geeignet, dass man sie spontan einlädt. Eine Serie wie diese muss diesen Gegebenheiten Rechnung tragen. Außerdem kann jeder Problemfall, der ja Ursachen hat, immer noch als warnendes Beispiel für andere dienen.

Es kommt hinzu, dass man dazu neigt, stets nur die eigenen Probleme als typisch und wichtig anzusehen, während man die Schwierigkeiten, die andere haben, für exotisch halten möchte: Da ist der ältere Arbeitslose, der nahezu alles tun würde, um wieder in Arbeit und Brot zu kommen, auf der einen Seite. Und da ist der Aufsteiger, dem die Chance zur weiteren Karriere am Wohnort fehlt, der aber nicht umziehen will, auf der anderen: Jeder von beiden hält die Probleme, von denen er nicht betroffen ist, für „weit hergeholt“.

Das System verstehen und die Regeln beherrschen lernen kann man aus jedem dieser Fälle. Versuchen Sie daher, die früheren 2.600 Fragen als „auch irgendwie typisch für den Arbeitsmarkt“ zu sehen.

Natürlich ist nicht jede einzelne dieser Merkwürdigkeiten im Lebenslauf oder im Denken (die beiden Aspekte hängen schon zusammen) so „typisch“, dass sie mit hohen zweistelligen Quoten im Feld aller Arbeitnehmer vertreten wäre. Aber ganz sicher gilt: Ein (recht) hoher zweistelliger Prozentsatz der akademisch gebildeten Bevölkerung hat mindestens eine auffällige Merkwürdigkeit dieser Art aufzuweisen. Die Betonungen liegen dabei auf „hoher“ und „mindestens“. Und: Nicht alle Menschen mit Problemen im Berufsleben sind daran völlig schuldlos.

Frage-Nr.: 2638
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 29
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2013-07-19

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