Kunde bietet Jobs an

Ich bin für meine zweite (heutige) Anstellung mit meiner Frau 800 km Richtung Süden gezogen. Bis heute bin ich in dieser Firma sehr glücklich. Zusätzlich zu meinen bisherigen Aufgabengebieten bekam ich ein neues Thema hinzu, für das ich allein verantwortlich bin. Wir haben einen großen Kunden hinzugewonnen, der mit meinen Leistungen sehr zufrieden ist und mir nach und nach immer mehr Freiheiten gibt.Nun hat mir der Kunde unterschiedliche Jobangebote gemacht: Zunächst sollte ich für einen anderen Standort alleinverantwortliche Fachkraft für ein bestimmtes Thema werden. das hatte ich höflich und schnell abgelehnt, weil ich mit der heutigen Position absolut zufrieden bin (und ein nochmaliger Umzug nicht infrage kam).Dann hatte mir mein Partner beim Kunden noch ein weiteres Angebot hinsichtlich seiner prinzipiellen Nachfolge gemacht (er wollte weiter aufsteigen). Er gab mir viel Zeit zum Überlegen. Ich kam dann zu dem Schluss, dass dies eine tolle Chance ist, das Treppchen weiter nach oben zu steigen (obwohl ich Zweifel hatte, ob ich dafür schon geeignet bin). Solch eine Position hatte ich für mich durchaus schon ins Auge gefasst – aber erst in fünf oder zehn Jahren. Der Kunde war sehr erfreut, aber er machte dann klar, dass derzeit nur eine solche Stelle am anderen Standort vakant sei. Für die Umorganisation rund um seine jetzige Position gäbe es noch interne Diskussionen.Erneut lehnte ich die Stelle für den anderen Standort ab (hier machte mich auch stutzig, dass man sich auch einen Techniker oder Meister vorstellen könne, was mal in einem Nebensatz erwähnt wurde). Er fragte mich nach meinem prinzipiellen Interesse, wenn es etwas Vergleichbares hier am Standort gäbe – ich bejahte.Aber nun bin ich unsicher. Ich denke, in jener Firma herrscht momentan großes Chaos. Mein Ansprechpartner ist hoffnungslos überlastet (telefonisch so gut wie nie erreichbar), was auch andere wissen. Wenn nochmal ein ernsthaftes Angebot gemacht wird, soll ich es annehmen?

Antwort:

Abgesehen davon, dass ich die einzelnen angebotenen Stellen nicht so sauber auseinander halten bzw. verstehen kann, wie ich das gern möchte: Sie kennen den Tenor meiner Antwort schon, Ihre Zweifel überwiegen inzwischen erkennbar Ihre Begeisterung.Meine Argumente:1. Wenn man keine Anstellung hat, ist jedes Angebot interessant; wenn man unter Druck steht, ist jede Offerte erwägenswert. Beides ist bei Ihnen nicht gegeben, im Gegenteil. Oben schreiben Sie, Sie seien bei Ihrem Arbeitgeber „sehr glücklich“. Also sollten Sie allerhärteste Maßstäbe anlegen.2. Ein Fremder, der Ihnen etwas anbietet, will damit eines seiner(!) Probleme lösen. Dass zufällig(!) mit diesem Angebot auch zum richtigen Zeitpunkt eines Ihrer Probleme perfekt gelöst würde, ist höchst unwahrscheinlich. Sofern Sie ohnehin gerade einen Wechsel geplant haben, können Sie selbstverständlich zufällig hereinschneiende Fremdangebote mit in Ihre Entscheidung einbeziehen. Aber Sie suchen gar nicht, also seien Sie skeptisch gegenüber Angeboten.3. Vermutlich ist Ihr Gesprächspartner beim Kunden das, was man einen „liebenswürdigen Chaoten“ nennt. Die sprunghaft wechselnden Angebote an Sie sprechen ebenso dafür wie seine Unerreichbarkeit. Überlastete Manager sind oft nur schlecht organisiert oder entscheidungsschwach. Sehen Sie doch bloß einmal, wie chaotisch er das Projekt „Abwerbung des Herrn X“ angepackt hat – alles bleibt in der Beliebigkeit stecken.4. Sagen Sie – weiterhin freundlich und höflich – „vorläufig endgültig“ ab. Bedanken Sie sich sehr für die gute Meinung, die er offensichtlich von Ihnen hat; sagen Sie notfalls, Sie könnten Ihrer Frau die ewige Unsicherheit nicht weiter zumuten. Sie hätten jetzt entschieden, dort erst einmal zur Ruhe kommen zu wollen. „In ein paar Jahren“ (dann ist er weg) dächten Sie sicher anders darüber. Und: Verlockend seien die Offerten schon gewesen (dann freut er sich).

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 2349
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 37
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2009-09-10

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