Heiko Mell

Branchenwechsel + Aufstieg zugleich?

Ich arbeite seit drei Jahren in der Luftfahrtbranche. Zuerst war ich bei einem Ingenieurbüro als Fachkraft, dann hat mich ein Kunde abgeworben und jetzt beaufsichtige und koordiniere ich entsprechend auf Kundenseite (XY AG).

Durch meine Frau sind wir jetzt gezwungen, in eine andere Industrieregion zu ziehen. Dort möchte ich gerne wieder bei einer großen Firma beginnen. Durch die Koordinationstätigkeit bei der XY AG habe ich viel Freude an der Personalführung bekommen und würde gern Teamleiter werden.

Kann ich mich in einem neuen Unternehmen, wie z. B. (folgt der Name eines großen, bekannten Automobilzulieferers, d. Autor) gleich als Teamleiter bewerben oder ist es sinn- und maßvoller, sich erst auf eine gleichwertige Stelle (das wäre dann wohl Projektleiter) zu bewerben und sich dann im Unternehmen weiterzuentwickeln?

Antwort:

Abgesehen davon, dass die Formulierung „Durch meine Frau sind wir gezwungen, …“ ihre Schwächen hat: Für Sie bringt das Probleme mit sich. Sie wechseln den Arbeitgeber aus Gründen, die nichts mit Ihrem Beruf zu tun haben. So etwas kann gelegentlich erforderlich werden, ist aber grundsätzlich bedenklich.

Auch dass Sie sich bisher auf eine bestimmte sehr enge Branche mit nur einem (oder zwei) großen Arbeitgeber(n) konzentriert haben, hat Tücken: Eines Tages will oder muss man wechseln, dann ist ein Arbeitgeber- immer gleich auch ein Branchenwechsel. Der ist oft recht problematisch, auch ohne Aufstiegsaspekte. Das gilt besonders dann, wenn die Branchen wie hier sehr große Unterschiede aufweisen.

Jedes Unternehmen ist generell „ganz wild“ darauf, dass Bewerber aus seiner Branche oder doch aus deren unmittelbarer Nähe kommen. Das gilt selbst dann, wenn die Tätigkeit ähnlich bezeichnet wird (z. B. in beiden Fällen als „Entwicklungsingenieur“) und wenn mit einem Wechsel keinerlei „Fortschritt“ verbunden sein soll.Rechnen Sie also schon mit Schwierigkeiten, in einer anderen Branche eine gleichartige und -wertige Stelle zu finden. Das gilt verstärkt, wenn Ihr heutiger Job gar nicht Projektleiter heißt und Sie umständlich erklären müssen, er sei aber ein solcher.

Ein tiefgreifender Branchenwechsel in Verbindung mit einem hierarchischen Auf- oder sogar dem erstmaligen Einstieg in Führungsverantwortung ist kaum durchsetzbar.

Das alles gilt, sofern Sie mit dem Hauptbetätigungsfeld eines Unternehmens unmittelbar zu tun haben, also dem Bau erst von Flugzeugen, dann von Autoteilen. Sind Sie z. B. Abwasserspezialist, Personalreferent oder Gruppenleiter im Rechnungswesen, ist die Branche eher unwichtig.

Kurzantwort:

Branchenwechsel sind schon auf vergleichbarer Hierarchieebene und bei ähnlich bleibender Tätigkeit am Markt schwer zu realisieren. Ein gleichzeitig beabsichtigter hierarchischer Aufstieg ist kaum durchzusetzen.

Frage-Nr.: 2063
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 42
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2006-10-21

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