Heiko Mell

Wo verläuft mein „roter Faden“?

Nach meinem Physikstudium habe ich in einem ingenieurwissenschaftlichen Arbeitsbereich promoviert. Gegen Ende meiner Zeit als Doktorand (1998) gab es kaum interessante Stellen, bei denen ich meine technischen Kenntnisse hätte passend einsetzen können.

In der IT-Branche brummte es bekanntlich und ein Wechsel dorthin war relativ leicht und verlockend. Seit gut sechs Jahren arbeite ich nun als Entwickler für betriebswirtschaftliche Software und bin dabei recht zufrieden.

Muss ich die jetzige erste Stelle in der Industrie als den Anfangspunkt meines roten Fadens ansehen (ich bin schon 38)? Was muss ich besonders beachten bei der Auswahl der nächsten Position und bei der Formulierung meines Lebenslaufes?

Antwort:

Ihre heutige, seit sechs Jahren andauernde Tätigkeit überstrahlt alles. Sie sind in den Augen des Marktes ein Softwareentwickler mit tadelloser, akademischer Ausbildungsbasis. Letztere steht für eine gewisse Grundintelligenz, für die Fähigkeit zu systematischem, strukturierten Denken und Arbeiten. Diese Ausbildung war fachfremd (aus der Sicht Ihres seit 1998 existierenden roten Fadens) – was soll’s?

Ihre nächste Position sollte logisch auf der heutigen aufbauen – z. B. Gruppen-/Team­leiter in der Softwareentwicklung oder -an­wendungsbetreuung.Im Lebenslauf sollten Sie die Details zur heutigen Position „hoch“ und die Einzelheiten zu Studium und Promotion „tief“ hängen. Also: Viele informative Zeilen zur heutigen Tätigkeit und knappstmögliche Angaben zum Universitätsbereich. Beispiel: „Studium der Physik, Abschluss: Dipl.-Physiker“ reicht schon.

Wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über: Ihr Herz ist nun voller Software, nicht mehr voller Physik mit ingenieurwissenschaftlichem Touch. Und der Lebenslauf spiegelt das wider. So die Regel.

Als Trost: Menschen mit derartigen ausbildungsfremden Werdegängen gibt es recht viele. Sie leben, wenn sie den „artfremden“ Einstieg einmal geschafft haben, ebenso glücklich wie jene, deren Ausbildung besser zum Thema ihres Tuns passt.

Kurzantwort:

Mit jedem weiteren Berufsjahr dominiert die ausgeübte Tätigkeit in der Gesamtbetrachtung gegenüber dem Studienfach. Letzteres hat eines Tages nur noch „historische“ Bedeutung.

Frage-Nr.: 1957
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 38
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-09-23

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