Heiko Mell

Wechsel trotz kurzer Dienstzeiten?

Seit meinem Abschluss an der Fachhochschule hatte ich bereits zwei Firmenwechsel aufgrund von Insolvenzen der jeweiligen Firmen. Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich zum dritten Mal den Arbeitgeber wechseln soll, damit ich meinem Karriereziel näher kommen kann.

Ich arbeite jetzt für eine ausländische Gesellschaft in Deutschland; das Arbeitsverhältnis ist sehr gut und mein Chef ist mit meiner Leistung zufrieden. Leider fühle ich mich meist nicht ausgelastet und habe Bedenken, dass ich bei einem späteren Arbeitgeberwechsel nicht mehr qualifiziert genug bin. Viele Aufgaben sind meiner Meinung nach nicht anspruchsvoll und deutsche Normen spielen keine Rolle. Deshalb überlege ich, das Angebot einer anderen Firma im deutschsprachigen Ausland anzunehmen, um wieder ingenieurmäßig und anspruchsvoll arbeiten zu können. Ist das sinnvoll?

Antwort:

1. Ganz allgemein: Natürlich können Sie als Berufsanfänger nichts für die zwei Insolvenzen am Beginn Ihrer Laufbahn. Formal sollten die bei der Prüfung auf Wechselhäufigkeit auch nicht „mitgezählt“ werden – aber Fakt ist: Sie sind drei Jahre im Beruf und haben den dritten Arbeitgeber. Wenn Sie jetzt den vierten akzeptieren, können Sie dort – was immer auch geschieht – nicht wieder weg. Entlässt der Sie, stehen Sie vor den Trümmern Ihrer Karriere.

So verständlich Ihr Wechselmotiv auch sein mag: Sie dürfen jetzt nicht nach einer Ideallösung streben, sondern müssen das „kleinere Übel“ wählen. Ihr kurzfristiges Ziel muss sein, erst einmal Ruhe und Beständigkeit in Ihren Lebenslauf zu bringen.

Als Trost: Eigentlich sind Sie ja noch Berufsanfänger, die bisherige zersplitterte Praxis zählt kaum mehr als ein Praktikum. Für diesen Status ist eine gewisse Enttäuschung darüber normal, dass die Praxis den hohen Idealen, die man aus dem Studium mitbrachte, nicht genügt.

Und machen Sie sich nicht zu viele Sorgen, für spätere Arbeitgeber nicht qualifiziert genug zu sein. Ein im Kern guter Arbeitnehmer ist durch einen einzigen etwas weniger fordernden Arbeitgeber nicht nachhaltig zu verderben.

2. Speziell zu Ihnen: Sie sind weiblich, im fernen Ausland geboren und sprechen erst seit gut zehn Jahren Deutsch. Da ist es verständlich, dass Sie in besonderem Maße alles richtig machen wollen.

Aber Sie haben noch ein Handikap: Ihr FH-Examen haben Sie nach etwa sieben Jahren Studium an zwei Universitäten und einer FH erreicht. Daran schließen sich die drei Arbeitgeber in drei Jahren an. Auf der Basis gilt mein Rat unter 1. verstärkt: Bleiben Sie dort, wo Sie sind, etwa drei Jahre und wechseln Sie dann mit dem denkbar besten aller Zeugnisse.
Frage-Nr.: 1953
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 36
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-09-09

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