Heiko Mell

„Rabatt“ für Krisenzeiten

Eigentlich müsste ich jetzt wechseln. Weniger wegen des derzeitigen Arbeitgebers, sondern wegen der angestrebten weiteren Beförderung, die intern derzeit nicht möglich ist. Wenn ich einfach nichts tue und auf eine bessere Konjunktur hoffe, läuft mir die Zeit davon.

Jetzt aber gibt es kaum Chancen, die Zeitungen sind im Stellenteil erschreckend dünn. Bekomme ich später von Bewerbungsempfängern „Rabatt“ bei der Beurteilung meines Werdeganges, weil ja jetzt Wirtschaftskrise herrscht oder kümmert sich dann niemand mehr um solche „Kleinigkeiten“?

Antwort:

Das Gedächtnis der Menschen ist kurz, insbesondere Unerfreuliches verschwindet schnell daraus (deshalb hatten wir fast alle eine glückliche Kindheit – von heute aus betrachtet).

Nehmen wir einmal an, es geht demnächst wieder so richtig aufwärts. Dann werden Sie etwa in drei bis fünf Jahren durchaus noch Entscheidungsträger treffen, die voller Verständnis auf Ihre Erklärung reagieren, „damals“ sei einfach keine neue Stelle aufzutreiben gewesen. Aber sicher ist schon das nicht.

Und bedenken Sie: Die reagieren dann „voller Verständnis“ auf Ihre „Ausrede“ für Misserfolge. Gefragt sind aber Erfolge, ob man die nun erklären kann oder nicht.

Konkret: Gesucht wird stets ein Bewerber, der in der Vergangenheit in seinem Verantwortungsbereich eindrucksvolle Resultate erzielte – nicht jemand mit guter Begründung dafür, dass er bisher gar keinen besonderen Verantwortungsbereich hatte.

Hinzu kommt: Ständig treten neue Generationen junger Personalreferenten und Personalberater zum Dienst an. Versetzen wir uns ins Jahr 2007. Dann hatten diese jungen Mit-Entscheider in der Krise um 2002 noch studiert, waren gerade mit dem Vorexamen fertig (Studenten erleben Wirtschaftskrisen ganz anders, registrieren sie oft gar nicht). Von denen gibt’s schon einmal keinen „Rabatt“. Und um 2010 haben fast alle schlicht vergessen, wann die letzte Krise war (dann gibt es längst die nächste).

Kurzantwort:

Nachweisbare Erfolge sind gefragt – nicht gute Erklärungen für nicht erreichte positive Ergebnisse. Das gilt auch für Fortschritte in Berufslaufbahnen. „Pech“ ist etwas, das Manager besser nicht haben.

Frage-Nr.: 1694
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 35
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2002-08-30

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