Heiko Mell

Zurück in die Zivildienst-Zukunft?

Ich bin als Dipl.-Ing. in meiner ersten Stelle nach dem Studium tätig und erwäge einen Wechsel. Vor kurzem bin ich vom technischen Leiter meiner früheren Zivildienststelle angesprochen worden. Er hat mir zum Ende des Jahres eine Anstellung angeboten. Wie wird das von späteren Arbeitgebern gesehen?

Antwort:

Gelassen – denn sie erfahren es ja nicht. Niemand weiß, wer Ihnen jemals Angebote gemacht hat. Es sei denn, Sie erzählen es ihm. Aber warum sollten Sie? Ende der offiziellen Antwort.

PS: Was Sie vermutlich meinen, aber nicht geschrieben haben, ist: Was denken spätere Arbeitgeber davon, wenn ich das Angebot annehme und die Institution als Arbeitgeber in meinem Lebenslauf auftaucht?

Also Spezialist für Zivildienst bin ich nun gerade nicht. Aber nach meiner Kenntnis leistet man selbigen doch wohl ausschließlich bei Institutionen mit sozialen, karitativen oder ähnlichen Zielen ab. Also nicht bei rein kommerziellen, privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung.

Und damit kommt hier ein wichtiges Prinzip ins Spiel:

Man versuche, auch bei der Wahl der Arbeitgeber innerhalb des Lebenslaufes einen roten Faden erkennbar werden zu lassen. Das gilt für die Branche, vor allem aber auch für den Charakter der Firmen und Institutionen. Man ist dann möglichst durchgängig beschäftigt bei Arbeitgebern der Privatwirtschaft oder des öffentlichen Dienstes oder bei sozialen Institutionen oder bei politischen Organisationen, wechselt aber nicht zwischen den Gruppen hin und her.

Grund ist auch der jeweils unterschiedliche Arbeits- und Führungsstil, der z. T. total andere Leistungsdruck sowie das mitunter kaum vergleichbare Umgehen mit Ansprüchen und Rechten. Und wenn es nicht die Fakten sind, die trennen, dann sind es die Vorurteile späterer Bewerbungsempfänger.

Für Sie heißt das: Sie können dort hingehen, gelten dann aber doch weitgehend festgelegt auf Arbeitgeber dieses Typs.

Kurzantwort:

Der „Abstecher“ von Mitarbeitern privatwirtschaftlich ausgerichteter Arbeitgeber in karitativ ausgerichtete Institutionen o. ä. will gut überlegt sein, eventuell wird eine spätere Rückkehr in kommerzielle Unternehmen unmöglich.

Frage-Nr.: 1471
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 12
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-03-24

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