Heiko Mell

Stellenwechsel intern/extern

Es ist mir bekannt, daß man einen Stellenwechsel nur ca. alle fünf Jahre durchführen sollte (Ausnahme hierbei: der erste Arbeitsplatz). Meine grundsätzliche Frage lautet deshalb: Gilt dies ausnahmslos auch bei betriebsinternen Stellenwechseln?

Da der Arbeitsmarkt momentan sehr gute Perspektiven bietet und ich der Meinung bin, daß man so eine Phase ausnutzen sollte, frage ich mich, ob ich mich den bestehenden Regeln zum Trotz auf einen internen oder sogar externen Stellenwechsel einlassen sollte. Gelten die Bedenken gegen zu viele Stellenwechsel auch bei Großunternehmen?

Antwort:

Mit einem Stellenwechsel im Sinne dieser Regeln ist stets ein „richtiger“ Arbeitgeberwechsel gemeint. Etwas banal ausgedrückt bedeutet dies, daß alter und neuer Arbeitgeber keinerlei juristische Verbindung miteinander haben. Sie mögen in derselben Branche tätig sein, sie mögen vergleichbare Produkte herstellen – haben aber weder die gleichen Eigentümer noch den gleichen Namen etc.

 

Konkret: Jede Art von Stellenwechsel innerhalb eines Konzerns (ob innerhalb der Muttergesellschaft, ob von der Mutter zur Tochter oder zwischen zwei Töchtern) gilt in diesem Sinne nicht als Stellenwechsel, da der Arbeitgeber im Sinne dieser Regeln derselbe bleibt.

Wenn Sie es überspitzt lesen wollen: Sie könnten innerhalb eines Konzerns so viel hin- und herwechseln wie Sie wollen, ohne daß man Ihnen dies zum Nachteil auslegt. Natürlich ist dies eine rein theoretische Aussage – in der Praxis wird der Konzern Ihnen schon auf Finger klopfen und weiteren Unfug verhindern, sollten Sie alle sechs Wochen nach einer neuen Tätigkeit dort streben.

Es gibt lediglich ein anderes Unheil, das Sie bei konzerninternen Wechseln heraufbeschwören können, auch wenn die Dienstzeit nach allgemeiner Auffassung dabei immer weiter durchläuft:

Konzerninterne Wechsel gehen häufig mit einem totalen oder doch weitgehenden Wechsel der Tätigkeit einher. Konzerne sind imstande, einen Mann aus der Konstruktion ins Personalwesen zu werfen und ihn anschließend in den Kundendienst zu stecken. Das alles zählt dann nicht als Wechsel im obigen Sinne – ruiniert aber den „roten Faden“ im Werdegang. Konkret: Am Schluß weiß bei einer externen Bewerbung niemand mehr, was Sie denn nun eigentlich sind und können. Das aber ist ein ganz anderes Thema – zu häufige Arbeitgeberwechsel wird und kann man Ihnen in einem solchen Falle jedenfalls nicht vorwerfen.

Frage-Nr.: 1414
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 32
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 1999-08-13

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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