Testen Sie Ihr Misserfolgspotenzial

Frage/1: Vielen Dank für den Fragebogen (Notizen aus der Praxis Nr. 477/478).

Antwort:

Antwort/1: Wenn Sie sicher sein möchten, dass Sie das komplette Exemplar meines Tests in Händen halten und nicht nur eine „abgemagerte“ Version, dann orientieren Sie sich bitte an folgenden Kriterien:

a) Die in der gedruckten Zeitung („Print“) dargestellte Version ist komplett und korrekt.

b) Bei Internet-Versionen prüfen Sie: Punkt 1 der Testfragen muss bis 1.10 gehen, sonst fehlt Ihnen dort und anderswo etwas (manche Darstellungen enden z.B. bei 1.5). Ich bedaure diesen Ausfall sehr, er liegt außerhalb meiner Einflussmöglichkeiten.

Frage/2: Der Test hat mich zu zwei relevanten Erkenntnissen gebracht:
Ich habe die Fragen ehrlich nach meinem Empfinden beantwortet, die Auswertung habe ich erst jetzt vorgenommen. Ich schnitt mit 15 Punkten ab, was auf ein erhebliches Risiko hindeutet. Meinem Lebenslauf nach scheine ich mich in der Realität weniger schlecht zu präsentieren als der Test vermuten lässt. Dieser Diskrepanz wollte ich nachgehen, ohne Fragebogen wäre ich nicht zu dieser Einschätzung gekommen.  

Antwort/2: Der Test hat Ihnen ein „Risiko“ aufgezeigt, er will und kann keine Katastrophe konkret vorhersagen. Es ist als würde ein Werkstatt-Test bei Ihrem Auto zwei profillose Reifen erkennen. Damit können Sie Probleme bekommen, das muss aber nicht zum Unfall führen. Der Begleittext meines Tests weist ja auch schon darauf hin. Das Prinzip: Sie könnten mit dem Beispiel-Auto sowohl bei strömendem Regen als auch bei leichtem Schneefall unfallfrei bleiben – aber das Potenzial für ein Abrutschen von der Fahrbahn oder einen Auffahr-Crash nach starkem Bremsen wäre doch erwähnenswert hoch.

In unserem Metier spielen auch die allgemeine konjunkturelle Lage sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle: In der Not frisst der Teufel Fliegen – und den Arbeitgebern fällt ein, dass man bei nachlassendem Bewerberangebot sehr tolerant sein muss, um überhaupt noch jemand zum Einstellen zu finden. Also sinkt Ihr aktuelles Risiko, nur das Potenzial bleibt gleich (und umgekehrt).

Frage/3: Im Rahmen der Nachbereitung, während des nochmaligen Lesens, fiel mir einerseits auf, dass ich Fragen heute anders interpretiere (das mildert ein schlechtes Testergebnis), andererseits aber auch, dass ich in der Realität anders handle als ich empfinde/angekreuzt habe.
Dieser letzte Punkt ist eine ganz entscheidende Erkenntnis für mich. Mir wurde komprimiert aufgezeigt, zu welchem gewagten Tun ich neige, wie wichtig es daher für mich ist, besonnen zu entscheiden, da Herz-/Bauchentscheidungen unvereinbar mit dem System sein könnten.

Antwort/3: Diese Erkenntnis, dass Sie in der Praxis anders handeln als Sie spontan (nach Bauchgefühl) ankreuzen, ist ein sehr interessanter Aspekt. Mehr an Ergebnis hätte ich mir niemals wünschen können!
Ich will ja mit diesem Test nicht erfahren, welche Probleme Sie eventuell mit sich herumtragen – daher habe ich die Auswertungen allein in Ihre Hände gelegt. Mir geht es darum, dass Sie sich einmal wieder mit dem System, seinen Regeln und Ihrem – gedachten oder realen – Verhalten beschäftigen. Das kann niemals schaden, im Gegenteil.
Dass ich Ihnen, den Lesern, damit helfen will, ist letztlich mein zentrale Triebfeder. Wer da denkt, bedeutende Arbeitgeber oder ihre Verbände würden mich etwa für die „Förderung arbeitgeberfreundlichen Verhaltens von Angestellten“ sponsern, der irrt. Vielleicht hilft es ja, wenn ich hier einmal recht laut „leider“ hinzufüge.

Frage/4: Die zweite Erkenntnis unterstreicht die Wichtigkeit der Karriereberatung für meinen bisherigen Werdegang. Ohne diese Reihe hätte ich aus Unkenntnis gar keine konstruktive Verhaltensänderung umsetzen können und wäre womöglich in jede Menge Fettnäpfchen getreten.
Ich rate daher jedem Absolventen, sich dieser Serie zu öffnen und die Hinweise ernst zu nehmen. Ich kann Sie nur bestätigen und bin heute um so glücklich, dass mir damals diese Serie empfohlen wurde.
Ich bin sehr dankbar für Ihr Werk, im Grunde habe ich einen Teil meiner Karriere Ihnen zu verdanken. Sie können stolz auf Ihr Werk sein.  

Antwort/4: Zumindest in Ihrem Fall habe ich mein Ziel mit der Arbeit an dieser Serie voll erreicht, danke für die Anerkennung.

Gerade heute erreicht mich direkt die Mail eines Lesers, aus der ich gern zitiere:

„Seit dem Elektrotechnikstudium (beendet vor dreizehn Jahren) verfolge ich Ihre Serie in den VDI nachrichten. Zugegebenermaßen gehöre ich der Gruppe an, die zu Studienzeiten Ihre Ausführungen skeptisch gelesen hat. Über die Jahre und die gesammelte Berufserfahrung kann ich bestätigen, dass Ihre Schilderungen überwiegend zutreffen und realistisch sind. Leider hatte ich keinen Mentor, der mich auf die Bedeutung Ihrer Zeilen schon zu Studienzeiten hingewiesen hätte. Nach Ihren Maßstäben habe ich einige Regelverstöße begangen.“

Ich diesem Brief steckt der Hinweis auf den Mentor, der einen jungen Menschen ebenso beharrlich wie möglichst auch behutsam an die Hand nimmt, ihn auf die ja meist doch recht fremde neue Welt außerhalb der Hochschule vorbereitet, ihn dort führt etc. Es gibt diese Mentoren aus persönlichem Engagement heraus unter Hochschullehrern ebenso wie unter betrieblichen Vorgesetzten etwa beim Praktikum oder bei der Betreuung der Diplomarbeit. Und es gibt die betrieblich ernannten offiziellen Mentoren in manchen Unternehmen. Ich sehe das entsprechende Wirken u. a. daran, dass plötzlich mehrere ähnlich auftretende Interessenten gleichzeitig Bezieher meines Newsletters werden oder dass so mancher schreibt „nach Empfehlung durch meinen Professor/Vorgesetzten“.

Ich kann mitunter gerade die Studenten nur begrenzt überzeugen. Dabei wären sie, die noch kaum gravierende Fehler gemacht haben (können), doch eine ideale Zielgruppe. Vielleicht finden sich ja hier zusätzliche Mentoren.

Andererseits lernt man, mit der Skepsis junger Leute zu leben: Wenn ich meinen jüngeren Sohn anrufe und dabei eines meiner Enkelkinder an den Apparat bekomme, frage ich irgendwann nach seinem Vater (der inzwischen mitbekommen hat, wer da am Telefon ist). Dann sagt der öfter einmal: „Ich bin nicht da.“ Worauf ich dabei dennoch stolz bin: Er sagt es wenigstens so laut, dass ich es hören kann. Vielleicht muss er ja auch immer noch eine frühkindliche Überdosis wertvoller väterlicher Ratschläge verdauen.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 2916
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 45
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2017-11-09

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