Heiko Mell

Schwiegersohnschreck, E-Mail u. a.

Leser A: Leider werden Ihre Erkenntnisse von einem Teil der jüngeren Generation, die noch über wenig Lebenserfahrung verfügt, nur vereinzelt akzeptiert. Das ist ein wichtiger Grund, warum Sie Ihre Serie unermüdlich fortsetzen müssen.

Ihr letzter Beitrag „Wie viel muss eine Führungskraft aushalten?“, war ein besonderer Höhepunkt.

Ihre Beiträge gebe ich an meine Töchter und Schwiegersöhne weiter, auch wenn es denen manchmal nicht passt.

Leser B: Der Grund, warum ich Ihnen heute schreibe, ist nur der, Ihnen mal wieder zu bestätigen, wie zutreffend Sie dieses ganze Umfeld mit seinen Spannungen und Beziehungen beschreiben. Ich könnte es nicht so treffend formulieren, kann Ihre Darstellung aber zu 100 % bestätigen.Ausgelöst wurde dieses Schreiben durch eine Ihrer Antworten vom 7.3.86, also vor exakt 15 Jahren, die mir am Wochenende zufällig wieder in die Finger kam. Sie ist heute noch genau so aktuell wie damals.

Ihre Aussagen und Schilderungen – die ich immer lese – sind praktisch zeitlos. Der einzige „Fehler“, den ich Ihnen ankreiden kann, ist aus meiner Sicht der, dass Sie 20 bis 25 Jahre zu spät die Initiative ergriffen haben. Ich hätte manches früher erkennen müssen.Auf dass Sie noch lange schreiben werden!

Leser C (Zusammenfassung mehrerer ähnlicher Zuschriften): Mit Teilen Ihrer Serie ruinieren Sie das Bild des deutschen Ingenieurs in der in- und ausländischen Öffentlichkeit! Die Fragen, die gestellt werden, sind z. T. derart niveaulos und lassen so leistungsfeindliche Denkstrukturen erkennen, dass deren Veröffentlichung nicht zum Anspruch unserer Berufsgruppe passt.

Leser D (Zusammenfassung mehrerer ähnlicher Zuschriften): Die von Ihnen aufgegriffenen Themen und vorgestellten Einsender sind doch absolut nicht typisch für den durchschnittlichen Ingenieur! Sie kümmern sich da um irgendwelche seltenen Elite-Leute, alle mit Einser-Examen und Super-Karriere. Das interessiert doch niemanden.

Leser E (Zusammenfassung mehrerer ähnlicher Zuschriften): Jetzt habe ich Ihnen meine Frage schon mehrfach per E-Mail geschickt und immer noch keine Antwort! Warum können Sie mir Ihre Stellungnahme nicht wenigstens mailen?

Antwort:

Da kann (und muss) ich mit einem Schlag wieder eine Menge Post abarbeiten. An der Stelle: Herzlichen Dank allen, die mir schreiben, mir Mut machen, mich zum Durchhalten aufrufen. Das hilft uns allen und insbesondere mir sehr.Zu Leser A + B: Ich bin im Zusammenhang mit dieser Serie schon „Guru“ und „Legende“ genannt worden, „Schwiegersohnschreck“ bisher noch nie. Aber so abgebrüht, dass ich mich nicht auch einfach über ein Lob freue, bin ich auf keinen Fall. Also ein Dankeschön speziell dafür.

Zu Leser C + D: Sie sehen, ich stehe mit meiner Auswahl von Themen mittendrin „im Leben“. Dass man sich damit in den Augen mancher Menschen auch schön zwischen alle Stühle setzen kann, gehört zum Berufsrisiko. Beiden Lesergruppen sei gesagt: „Der Ingenieur“ in diesem Land ist eine Persönlichkeit mit außerordentlich vielen Facetten. Sein Ausbildungsspektrum reicht vom älteren „Ing. (grad.)“ mit „ausreichendem Examen“ bis zum Dr.-Ing. mit „magna cum laude“-Promotion, der FH- und der Uni-Professor gehören ebenso dazu wie Manager aller betrieblichen Ebenen. Und manche Ingenieure wollen gar nichts außer Geld und Freizeit, andere verfolgen höchste fachliche Ansprüche, wieder andere streben in die unternehmerische Gesamtverantwortung als Geschäftsführer, Vorstand oder Selbständiger, viele orientieren sich irgendwo dazwischen.

Ich versuche, mich nicht ausschließlich auf eine dieser Gruppen einzustellen, sondern im Laufe mehrerer Monate jeweils möglichst vielen etwas zu bieten.

Meine Bitte: Seien Sie ein wenig tolerant, wenn auch „andere“ Leser als die aus Ihrer Gruppe hier beraten werden. Denn auch das ist zu beachten: Berücksichtige ich hier nur einen Interessenbereich, verliere ich irgendwann die anderen Leser. Das wiederum kann in einer Zeitung nicht gewollt sein.

In einem Punkt können Sie mir vertrauen. Was hier an Themen mehrfach vorkommt, das ist auch in der Praxis als Frage oder als Problem existent. Ich sitze nicht im Elfenbeinturm; nahezu täglich spreche ich mit Arbeitgebern, telefoniere ich mit Bewerbern, lese ich Bewerbungen und führe ich Vorstellungsgespräche.

Ich gestehe, gelegentlich auch einmal eine Zuschrift aus Gründen der Auflockerung oder Unterhaltung aufzugreifen. Aber das sind Ausnahmen. Der Rest ist „das pralle Leben da draußen“. Wenn jemand das bezweifelt, soll er bitte einmal in seiner Personalabteilung fragen, ob er teilnehmen darf, wenn Akademiker-Bewerbungen gelesen und bewertet werden. Oder er lasse sich einfach vom Personalfachmann berichten, was der denn so über die aus Bewerbungen herauszulesende Qualifikation dieses Personenkreises weiß und was er davon hält.

Zu E: Bitte denken Sie doch logisch: Es ist in höchstem Maße unwahrscheinlich, dass die Anzahl der eingesandten Fragen genau so groß ist wie die Anzahl der Fälle, die hier jede Woche vorgestellt und bearbeitet werden. Nichts berechtigt doch zu der Annahme, dass der Zufall hier jede Woche derart mitspielt!Würde ich die Fragen stur der Reihe nach abarbeiten, würden wir jetzt vielleicht die aus 1993 vorstellen. Das wäre doch auch nicht lustig, oder?

Also muss eine Auswahl stattfinden. Ich bemühe mich dabei um thematische Abwechslung und Ausgewogenheit, um Rücksicht auf neue Leser (die es gibt) und Stamm-Leser (die es auch gibt). Damit kann ich niemals allen Einzelinteressen gleichermaßen gerecht werden, es bleibt ein Kompromiss.

Und was „wenigstens eine E-Mail“ angeht: Es ist, liebe Leser, doch vollkommen gleichgültig, wie ich eine Antwort weiterleite. Ob die zum Abdruck an diese Zeitung geht, ob sie per Post, Telefon oder E-Mail an den Einsender geschickt wird – das ist doch alles unerheblich. Der Aufwand liegt im Lesen der Einsendung, im Durchdenken des Problems, im Finden einer Lösung und im überzeugenden Formulieren derselben, nicht in der Datenübermittlung.

Aber wir freuen uns über alle Zuschriften. Zeigen sie uns, wo Sie der Schuh drückt, wo noch Informationsbedarf besteht. Und je mehr Fragen zu einem Themenkomplex eingehen, desto eher „erzwingen“ sie eine Beantwortung. Insofern hilft jede einzelne Einsendung, die Serie am Leben zu erhalten und weiter zu entwickeln. Zur Information und – manchmal – Freude der Leser. In jedem Fall zur Freude dieses Autors, dem die Sache schlicht großen Spaß macht.

Frage-Nr.: 1572
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 13
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2001-03-30

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