Heiko Mell

Dienstleister u. a.

Frage/1:Zu Ihrer Karriereberatung vom 10.10.2014 (Fragen 2.712 und 2.713) möchte ich zwei Dinge anmerken:

Sie setzen Dienstleister gleich mit Arbeitnehmerüberlassung. Diese Annahme ist nicht die Regel. Ein sehr großer Teil von Autos wird heute von Dienstleistern entwickelt, ohne dass es um Zeitarbeit geht.

Frage/2:„Extrinsisch“ in Bezug auf Motivation ist durchaus passend. Es soll angeblich mögliche Motivation durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel Firmenrenten, firmeneigenes Fitnessstudio über ähnliche Dinge wie die Aussicht auf Beförderung und Anerkennung beschreiben.

Ansonsten freue ich mich jede Woche auf Ihre Kolumne und möchte Ihnen für Ihre Arbeit danken.

Antwort:

Antwort/1:

Ihre Trennung zwischen „echten“ (Entwicklungs-)Dienstleistern und Arbeitnehmerüberlassern ist grundsätzlich richtig: ich weiß um die Zusammenhänge und bemühe mich um Differenzierung. Aber:

a) Leider steht dem der allgemeine Sprachgebrauch entgegen. Mitarbeiter von Zeitarbeitsunternehmen sagen reihenweise, sie seien bei Dienstleistern beschäftigt.

b) Damit liegt nach meiner Auffassung der allgemeine Sprachgebrauch auch noch völlig richtig:Beide Arten von Unternehmen erbringen Dienstleistungen für „stationäre“ Kunden, z. B. Industriebetriebe. Nicht nur das ist so, auch Berater sind zweifelsfrei Dienstleister.

Man muss also wohl „Dienstleister“ als Oberbegriff sehen und – um gängige Begriffe zu verwenden – die einen davon als Arbeitnehmerüberlasser oder Zeitarbeitsunternehmen, die anderen z. B. als Entwicklungsdienstleister. Aber die Verwendung des Sammelbegriffs Dienstleister für beide dürfte eigentlich nicht falsch sein.

In der angesprochenen Frage 2.712 unserer Serie schrieb der Einsender: „Ich bin seit einigen Monaten über einen Dienstleister bei einem …hersteller … tätig“ und meine Antwort begann: „Ganz korrekt ist: Sie sind bei einem Arbeitnehmerüberlasser beschäftigt … Er hat Sie seinem Kunden … ‚überlassen‘ …“

Das war doch in Ihrem Sinn nahezu vorbildlich differenziert, mehr geht fast nicht.

In Frage 2.713 schwärmte ein Berufseinsteiger von den ihm attraktiv erscheinenden Möglichkeiten, die ihm ein Einstieg bei einem „Ingenieurdienstleister“ zu bieten schien. Aus den von ihm geschilderten Details schloss ich darauf, dass auch er von Arbeitnehmerüberlassung/Zeitarbeit sprach und habe meine Antwort auch so formuliert. Die in meinen Ausführungen dann auch noch gebrauchten Begriffe mit dem Stamm „Dienstleistung“ sind m. E. nicht falsch.

Antwort/2:

Nun muss ich nur noch versuchen, etwas gegen Ihr „Ansonsten“ in Ihrem letzten Satz zu tun.

Der damalige Einsender hatte beim Großkonzern über dort gebotene „weitere extrinsische Anreize“ gesprochen, mir sagte das Wort nichts, ich hatte im Fremdwörterduden nachgeschaut, eine Definition gefunden und gemeint, das Wort „passt hier wohl weniger“. Darauf beziehen Sie sich.

Nun bringen Sie konkret die Motivation durch extrinsische Faktoren ins Spiel, ich schaue wieder in meinen Fremdwörterduden und finde dort wörtlich unter „extrinsische Motivation“: „durch äußere Zwänge, Strafen verursachte Motivation“. Das würde etwa bedeuten (wenn ich Ihre und des Duden Aussage zusammennehme): „Wenn ihr bösen Mitarbeiter nicht freiwillig besser arbeitet, dann drohe ich mit einer Firmenrente oder einer Beförderung zum Abteilungsleiter oder ihr müsst zur Strafe an drei Abenden der Woche in unser Fitnessstudio.“ Gut, dass Sie nicht von Gehaltserhöhungen gesprochen hatten.

Lassen wir das, sonst stehen wir kurz vor dem „Förmchenstreit“ im Sandkasten. Das Wort ist hier dreißig Jahre lang nicht aufgetaucht, vielleicht verschwindet es ja wieder in der Versenkung.

Vom Fremdwort abgesehen: Die Motivation von Mitarbeitern durch äußere Anreize kennt man seit sehr langer Zeit. Es gibt auch eine gegenteilig ausgerichtete Motivation, die dann intrinsisch heißt. Das Wort bedeutet: „von innen her, aus eigenem Antrieb durch Interesse an der Sache erfolgend“, konkret heißt es dazu in jenem Duden zur intrinsischen Motivation: „durch die von einer Aufgabe ausgehenden Anreize bedingte Motivation“.

Als mein Schlusswort dazu: Wer so motiviert ist, befindet sich auf dem richtigen Weg; wer so zu motivieren ist, gehört zu den wertvollen Mitarbeitern.

Und Ihnen, geehrter Einsender, „ansonsten“ vielen Dank für die freundlichen Worte am Schluss.

Frage-Nr.: 2725
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 47
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2014-11-20

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