Heiko Mell

Pause zwischen zwei Engagements

Sie bemängeln bei Frage 1.923 („Schnauze voll“), dass bei dem Arbeitnehmer vierzehn Tage zwischen zwei Arbeitgebern gelegen hätten. Wie soll das denn sonst funktionieren?

Ich kann doch nicht am 31. eines Monats nach Feierabend mal schnell meinen kompletten Hausstand einpacken, um diesen dann in derselben Nacht ans andere Ende der Republik zu befördern und wieder auszuräumen, nur um pünktlich am 1. des Folgemonats um 8.00 Uhr in der neuen Firma zu sein.

Ich verzichte lieber auf ein halbes Monatsgehalt als ein Drittel meines kostbaren Urlaubs zu opfern.

Akzeptiert man solche Beschäftigungslücken, wenn ersichtlich ist, dass man umziehen musste oder sollte man besser Flexibilität und Belastung durch nahtlose Beschäftigung demonstrieren?

Antwort:

Der anzustrebende Normalfall ist die nahtlose Beschäftigung.

Ich hatte übrigens bei Frage 1.923 die vierzehn Tage nicht pauschal „bemängelt“, sondern in einem äußerst problematischen Fall von drei gescheiterten Engagements nacheinander darauf hingewiesen, dass dem Einsender irgendwo „auch noch“ vierzehn Tage fehlen. Dann hieß es: „Das wäre harmlos bei zweimal sieben Jahren, ist es hier eher nicht.“ Denn die Anstellung davor „schlug fehl“ (wie der Einsender formulierte), die nächste ebenfalls „wegen der nachklingenden Schockwirkung des ersten Scheiterns“. Und dazwischen fehlten dann auch noch zwei Wochen.

Zur Sache: Eine große Gruppe von Arbeitnehmern hat Familie, die ohnehin erst nach Beendigung der Probezeit umzieht. Diese Mitarbeiter müssten dann ja einen längeren unbezahlten Urlaub nehmen, um jene vierzehn Tage(?) zu gewinnen, die man für einen Umzug braucht. Der „Rest“? Er setzt andere Prioritäten als Sie und Teile seines Jahresurlaubs zur Existenzsicherung ein. Es ist für die meisten Arbeitnehmer selbstverständlich, so zu handeln (und Arbeitgeber sehen es auch so).

Daher sind Lücken zwischen zwei Arbeitsverhältnissen ein Indiz (kein Beweis) für Probleme beim letzten Arbeitgeber (als der Bewerber dort ausschied, hatte er noch gar keinen neuen Job, den musste er erst suchen – also war sein Ausscheiden gar nicht so freiwillig).

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 1929
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 14
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-05-05

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