Heiko Mell

Das junge Team

Bei einer Bewerbungsaktion stieß ich auf ein Unternehmen mit ausgesprochen junger Belegschaft – bis hinauf in die Führungsspitze. Ich war begeistert. Ein erfahrener Bekannter meinte, diese Konstellation hätte auch gravierende Nachteile, äußerte sich aber nicht sehr präzise. Was kann er gemeint haben?

Antwort:

1. Altersmäßig sehr homogen aufgebaute Belegschaften grenzen dadurch gezielt die unterschiedlichen Meinungen, Erfahrungen und Verhaltensweisen von Menschen aus, die in anderen Altersgruppen angesiedelt sind. So fehlt im Fall „junges Team“ die wirklich umfassende Berufs- und vor allem Lebenserfahrung, es fehlt die mitunter zur Besonnenheit ratende Stimme des älteren Kollegen. Auch unter Lieferanten und Kunden „draußen“ gibt es nicht nur ganz junge Leute!

2. Niemals räumt jemand seinen Platz aus Altersgründen, es gibt keinerlei Aufstiegsperspektiven, die gerade für die vielen jüngeren Mitarbeiter interessant wären.

3. Entweder man feuert dort jeden über 35 wegen Vergreisung oder entsorgt die Älteren im Keller. Falls nicht, wird das komplette Team gemeinsam alt. Das ist ein furchtbarer Prozess, wenn die alle gleichzeitig ihre Midlife-Krise oder ihre Wechseljahre haben. Und schon in zehn Jahren maulen jüngere Bewerber: „Die sind ja alle so alt hier.“

4. Einen Haufen junger, ehrgeiziger, aufstiegsorientierter Leistungsträger zu führen, kann äußerst anstrengend sein. Sie wollen alle etwas werden, neiden sich die wenigen Chancen oder wechseln frustriert.

5. Auf Dauer erweist sich eine ausgewogene Altersmischung als gesunde Struktur. Oder man lebt mit einer mörderisch hohen Fluktuation. Schließlich altern alle Menschen – auch die ganz jungen Chefs ganz junger Teams.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 1758
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 20
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2003-05-15

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