Heiko Mell

Was sage ich dem Chef?

Ich plane einen Stellenwechsel. Nach der Kündigung wird es zu einem Gespräch mit meinem Vorgesetzten bzw. einem Vertreter der Personalabteilung kommen. Soll ich dabei den neuen Arbeitgeber bzw. das neue Aufgabengebiet nennen oder soll ich ausweichen und z. B. nur die Branche preisgeben? Gibt es weitere Fragen, die mir dabei gestellt werden könnten?

Antwort:

Grundsätzlich geht es den alten Arbeitgeber nichts an, was man nach der Kündigung tut. Andererseits ist es durchaus allgemein üblich – ein vernünftiges Verhältnis vorausgesetzt – etwa zu sagen: „Ich gehe als Gruppenleiter Vorentwicklung in ein Siemens-Werk in Norddeutschland.“ Warum auch nicht, was hätte man denn zu verbergen? Davon weicht man nur ab, wenn man Gründe dafür hat. Dann beschränkt man sich auf jene Teilinformationen, die man geben möchte. Also etwa nur auf die Branche ohne Firmennamen etc. Ein Grund dafür könnte sein, dass man zum direkten Wettbewerb geht – was immer heikel ist, auch wenn man keine Wettbewerbsklausel im Vertrag hat. Es ist wie im Leben: Sagen Sie – als Mann – Ihrer Freundin: „Ich liebe nicht dich, sondern Mareike aus Gütersloh“, ist das schlimm genug. Sagen Sie aber: „….. sondern deine beste Feindin“, ist das sehr viel schlimmer. Seien Sie so nett wie möglich zu Chef und Firma. Für die ist es immer eine kleine Niederlage, wenn jemand geht (so schlecht ist mein Beispiel mit der Freundin gar nicht). Die ärgern sich also ohnehin, da müssen Sie nicht auch noch in der Wunde bohren („da werden meine Talente viel besser gewürdigt als hier“). Meist wird gefragt, warum man geht. Darauf antwortet man so, dass die andere Seite damit leben kann. Das Prinzip: Kritik ist eine Sache für Leute, die dazugehören. Wer gekündigt hat, ist „draußen“. Mit der Sicherheit des neuen Vertrages im Rücken die alte Firma zu kritisieren, ist „billig“ und unwürdig.

Ach ja: Sie reden dann übrigens mit den Leuten, die Ihr Zeugnis formulieren werden. Warum soll man die unnötig aufregen?

Kurzantwort:

Ein Angestellter, der nach seiner Kündigung ein Geheimnis aus seiner neuen Position macht, sollte einen sehr guten Grund dafür haben (z. B.: „Ich will den Menschen, der mein Zeugnis schreibt, vorher richtig wütend machen“).

Frage-Nr.: 1486
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 17
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-04-17

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