Heiko Mell 01.01.2016, 18:16 Uhr

Kein Englisch – keine Zukunft!

Antwort:

Ich weiß zwar nicht wann, aber ich weiß, dass ich dieses Thema in dieser Reihe schon hatte. Aber nicht alle lesen ständig jeden Beitrag – und schon gar nicht tun alle, was ich empfehle. Folgerichtig können immer noch nicht alle hinreichend gut Englisch.

Was heißt „alle“ und was „hinreichend gut“? „Alle“ heißt einfach alle, ohne jeden Unterschied – in jedem Fall alle unter 50. Ob Sie heute in einem rein deutschen Unternehmen oder in einem Aufgabenfeld tätig sind, bei dem Sie sich überhaupt nicht vorstellen können, jemals diese Sprache beherrschen zu müssen, es hilft alles nichts: Zur Sicherung Ihrer beruflichen Existenz müssen Sie Englisch können.

Und „hinreichend gut“? Sie müssen einen normalen Geschäftsbrief, einen Zeitungsartikel, eine Stellenanzeige in englischer Sprache lesen und verstehen können, Sie müssen selbst einen Geschäftsbrief oder eine E-Mail in beruflicher Angelegenheit schreiben können, Sie müssen mit einem Engländer oder Amerikaner (nicht mit einem Japaner, das reicht nicht) problemlos in beruflicher Angelegenheit telefonieren können und Sie müssen an einer Besprechung, die dann Meeting heißt, teilnehmen können, die Beiträge der anderen sicher verstehen und sich selbst gewandt und verständlich äußern können.

Ich beobachte – voller Abneigung, aber darauf kommt es überhaupt nicht an – diese Entwicklung seit vielen Jahren und versichere Ihnen: Sie ist unaufhaltsam! In ehemals „treudeutsch“ erscheinenden Unternehmen gibt es Stellenbeschreibungen oder Organigramme plötzlich nur noch in Englisch, andere Arbeitsunterlagen ebenfalls. In Stellenanzeigen wird für Positionen, die keinen erkennbaren Auslandstouch haben, dennoch „gutes Englisch“ gefordert usw.

Die Globalisierung lässt grüßen. Irgendwie muss man sich ja mit den Produktionswerken in Polen und Rumänien, mit Vertriebsgesellschaften in Asien und dem Konstruktionsbüro in Indien verständigen. Und mit Kunden in aller Welt ohnehin.

Wenn Sie also unter 50 sind – fangen Sie morgen damit an, Ihr Englisch zu perfektionieren. Wenn Sie das versäumen, müssen Sie sich eines Tages plötzlich bewerben – und scheitern an dieser Hürde. Oder Sie werden intern nicht in eine interessante Position befördert, weil die Entscheider ihr weises Haupt wiegen und bedauernd die Achseln zucken: Der kann ja kein Englisch!

Übrigens spielen irgendwelche Bescheinungen über besuchte Kurse kaum eine Rolle: Sie müssen die Sprache im obigen Sinne „beherrschen“ (ganz kann das nicht einmal ein Muttersprachler, daher die Anführungszeichen) – woher die Kenntnisse kommen, ist kaum von Bedeutung. In Vorstellungsgesprächen wird das gern überprüft, indem man einfach in diese Sprache wechselt.Und natürlich ist das Erlernen des Englischen auch für Menschen über 50 äußerst und uneingeschränkt empfehlenswert. Aber da wollte ich nicht mehr sagen: „Sie müssen.“

Anlass zu diesem Beitrag ist die Tatsache, dass es mit diesem Qualifikationskriterium auch bei jüngeren Bewerbern noch immer nicht so weit her ist wie es sein sollte. Kein Englisch heißt heute leider „keine Zukunft“.

Kurzantwort:

Ich weiß zwar nicht wann, aber ich weiß, dass ich dieses Thema in dieser Reihe schon hatte. Aber nicht alle lesen ständig jeden Beitrag – und schon gar nicht tun alle, was ich empfehle. Folgerichtig können immer noch nicht alle hinreichend gut Englisch.

Frage-Nr.: 246
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 28
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2005-07-14

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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