Heiko Mell 01.01.2016, 03:45 Uhr

Kann ich eine Anstellung verschweigen?

Nach meinem Studium kam eine Anstellung bei einem großen Ingenieurbüro (Arbeitskräfteverleiher) zustande. Man hatte jedoch keine passenden Kunden für mich. Nach fünf Wochen unfreiwilliger Untätigkeit wurde mir daher gekündigt.

Ich fand eine neue Position, stelle mir aber für zukünftige Bewerbungen die Frage, ob ich dort meine tatsächliche Arbeitslosigkeit von einem Monat nach dem Studium nicht auf 2,5 Monate vergrößern und diese erste Stelle einfach weglassen soll.

Antwort:

Dürfen dürfen Sie nicht, keine Frage. Jede nicht korrekte Aussage im Bewerbungsprozeß schließt das Risiko ein, auch später noch wegen „Falschangabe“ entlassen oder anderweitig bestraft zu werden! Daher könnte ich öffentlich niemals dazu raten.

Falls Ihr zweites Arbeitsverhältnis zehn Jahre harmonisch und erfolgreich läuft, müßten Sie bei späteren Bewerbungen auch nicht mit Problemen rechnen, wenn Sie wahrheitsgemäße Angaben machten. Werden Sie jetzt allerdings nach vielleicht 1,5 Jahren wieder arbeitgeberseitig gekündigt, addieren sich beide Fälle. Dann wäre das Risiko, von neuen Bewerbungsempfängern nicht eingestellt zu werden, vermutlich größer als dasjenige, bei einem Weglassen des ersten Anstellungsverhältnisses erwischt zu werden. In einem solchen Fall neigen viele Menschen dazu, das kleinere Risiko zu wählen.

Statistisch ist in Ihrem Fall das Risiko, bei einem Weglassen ertappt zu werden, relativ gering, aber es existiert. Sie könnten es immerhin zeitlich begrenzen (das würde bedeuten, daß Sie bei der Bewerbung jetzt die „Episode“ schlicht „vergessen“, während Sie später, in fünf oder zehn Jahren, sie wieder aufleben lassen in Ihrem Lebenslauf. Dann müßten Sie zumindest in Ihren zukünftigen, anspruchsvolleren Positionen nicht mehr „zittern“).

Aber Vorsicht: Was hier noch als „Bagatelldelikt“ erscheinen mag, bringt vielleicht andere Leser mit größeren Problemen erst auf den Geschmack – daher führt an der Grundforderung nach wahrheitsgemäßer Aussage kein Weg vorbei!

Frage-Nr.: 1294
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 44
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 1998-10-30

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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