Karrierestrategie 20.09.2017, 00:00 Uhr

Gutes Betriebsklima: Was Ingenieure tun können

Der Volksmund bringt es auf den Punkt: Man kommt für den Job – und geht wegen des Chefs oder der Kollegen. Das Betriebsklima ist für Ingenieure neben dem Gehalt und den Arbeitszeiten einer der drei wesentlichen Faktoren, die für Zufriedenheit im Job sorgen. Schließlich verbringt man mehr Zeit mit den Kollegen als mit dem eigenen Partner. 

Entspanntes Arbeiten fördert die Produktivität.

Entspanntes Arbeiten fördert die Produktivität.

Foto: iStock / Thinkstock

Ein gutes Betriebsklima macht sich für Arbeitnehmer und Unternehmen bezahlt und bringt viele Vorteile mit sich. So bringt ein positives Arbeitsklima Ingenieure dazu, sich mehr mit den Werten und Zielen ihres Arbeitgebers zu identifizieren. Das lässt die Motivation steigen. Bessere Leistungen sind die Folge. Man ist engagiert, motiviert und bereit, sein Bestes zu geben. Wer sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, der hat auch keinen Anreiz, den Job zu wechseln. Eine geringe Fluktuation ist die Folge. Wird aber jeder Arbeitstag zur Qual, dann liegt der Jobwechsel nahe. Auch die Zahl der Krankheitstage schnellt in die Höhe. Es ist also im Sinne von Unternehmen und Mitarbeitern, für ein nachhaltig gutes Betriebsklima zu sorgen. Auch wenn es paradox klingt: Da wirkt sich eine Spur Unzufriedenheit positiv aus.

Gutes Betriebsklima auf ALLEN Ebenen

Ein Betriebsklima, das ja häufig auf einer Unternehmenskultur aufbaut, muss auf allen Ebenen gelebt werden. Getreu dem Motto „Der Fisch stinkt immer vom Kopf her“ muss das Management die Faktoren für ein positives Betriebsklima vorleben. Nur so können die Führungskräfte die Werte in ihren Teams umsetzen. Wichtig ist es hierbei, die Arbeitsbedingungen für jeden Mitarbeiter so zu gestalten, dass sich dieser weder langweilt noch permanent überfordert fühlt.

Wichtig ist auch, die eigene Tätigkeit als sinnvoll zu erachten und sich nicht fremdbestimmt zu fühlen. Chefs und Vorgesetzte sollten zudem versuchen, immer alle Mitarbeiter ins Boot zu holen und die Ziele des Unternehmens authentisch, transparent und verständlich zu kommunizieren. Außerdem brauchen Mitarbeiter Perspektiven und Karrieremöglichkeiten. Eine ausgeprägte Feedback-Kultur ist ebenfalls wichtig: Sie vermittelt das Vertrauen, mit Kollegen und Vorgesetzten auch in schwierigen Situationen sprechen zu können. Das bedingt, dass Führungskräfte nicht nur dann Feedback geben, wenn Fehler passiert sind.  Lob und positive Motivation zählen auch dazu.

Richtig kommunizieren für ein gutes Betriebsklima

Seien Sie sich bewusst, dass das Arbeitsklima das einzige Klima ist, das Sie selbst bestimmen oder wenigstens mitbestimmen können. Ein wichtiger Faktor ist hierbei die richtige Kommunikation mit Fingerspitzengefühl. Denn Sie arbeiten mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen, die bestimmte Formen der Kommunikation bevorzugen. Kollegen, die gerne konzentriert und zurückgezogen arbeiten, schreiben Sie besser eine E-Mail. Kollegen, die grundsätzlich wenig Zeit haben, freuen sich über kurze telefonische Absprachen. Ziel jeder Kommunikation im Beruf sollte es sein, immer alle Kollegen bestmöglich auf dem aktuellen Stand der Arbeit zu halten. Schwierigkeiten, Probleme und Herausforderungen sollten frühzeitig kommuniziert werden. So lassen sich Missverständnisse, Fehler und Ärgernisse vermeiden.

Für ein gutes Betriebsklima sollten Sie zudem unbedingt auf einen respektvollen Umgang untereinander achten. Kommunizieren Sie deswegen immer in angemessener Art und Weise. Schließlich spielt in Gesprächen vor allem der Ton die Musik. Lassen Sie niemals den Frust an Ihren Kollegen aus. Respektieren Sie abweichende Meinungen, auch wenn Sie selbst anderer Ansicht sind. Persönliche und verletzende Angriffe sind absolut tabu.

Die richtige „Fehlerkultur“ für das gute Betriebsklima

Wenn Kollegen einen Fehler gemacht haben, sollten Sie diese nicht öffentlich an den Pranger stellen. Klären Sie die Situation stattdessen im Vieraugengespräch. Wer einen Kollegen vor dem Team bloß stellt, der tut alles für ein nachhaltig schlechtes Betriebsklima. Chefs und Vorgesetzte sollten im Falle von Fehlern nur informiert werden, wenn sie weitreichende Konsequenzen haben und schadensbegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Die meisten Fehler im Arbeitsalltag können informell und untereinander geklärt werden. Hier ist es wichtig, sachlich und lösungsorientiert zu kommunizieren.

Lernen Sie Ihre Kollegen besser kennen. Kollegen, die sich gut verstehen, helfen einander auch wenn es schwierig wird. Führen Sie hierfür beispielsweise eine gemeinsame Kaffeepause oder einen Feierabendstammtisch ein. Regen Sie Aktivitäten wie Team-Building-Events oder Betriebsausflüge an. Engagieren sich die Mitarbeiter bei der Planung solcher Aktivitäten, wird auch der Chef diese unterstützen. Bei solchen Gelegenheiten lernen Sie die Kolleginnen und Kollegen von einer anderen Seite kennen und finden vielleicht neue Gemeinsamkeiten. Auf diese Weise wird auch der Zusammenhalt in der Gruppe gestärkt. Für ein gutes Betriebsklima ist zudem wichtig, dass gemeinsam gelacht werden kann.

Das gute Betriebsklima und seine Folgen

Wenn alle Beteiligten die Grundregeln für ein gutes Betriebsklima konsequent und dauerhaft beherzigen, so sind die positiven Folgen unübersehbar: Die Produktivität im Unternehmen wächst, während Krankenstand und Fluktuation kontinuierlich sinken. Kollegialität und Solidarität steigen an. Das erkennen Sie an einem hohen Maß an Toleranz, Wertschätzung und gegenseitiger Anerkennung. Die Hilfsbereitschaft und die soziale Unterstützung untereinander nehmen ebenso zu, wie die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hierarchieebenen. Es herrscht eine gelassene und entspannte Stimmung und die Kommunikation untereinander ist offen und eindeutig.

Eine Prise Unzufriedenheit gehört dazu

Unter einem guten Betriebsklima ist übrigens keine unproduktive Kuschelatmosphäre zu verstehen. Ein gesundes Maß an Unzufriedenheit, gepaart mit dem Bestreben, sich und seine Produkte oder Leistungen ständig zu verbessern, sind ein kraftvoller Motivationstreiber. Allerdings sollte diese Unzufriedenheit gerade groß genug sein, um das gemeinschaftliche Gefühl, noch mehr leisten zu können, noch besser sein zu wollen, zu stimulieren. Entfaltet sich dieses Bestreben von selbst im Team, so sind Sie auf dem besten Weg zum optimalen Betriebsklima.

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