Stress im Job vermeiden 05.04.2012, 00:00 Uhr

Grenzen setzen für Ingenieure – Balance im Berufsalltag finden

Stress im Berufsalltag entsteht, wenn wir nicht genug Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren und daher zu viele Verpflichtungen oder neue Aufgaben übernehmen. Zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance gehört es dementsprechend, das Nein-Sagen regelmäßig zu üben.

Grenzen setzen für die innere Balance.

Grenzen setzen für die innere Balance.

Foto: panthermedia.net/bruesw

Manchen Ingenieuren fällt es leicht, anderen schwer: Erwartungen einmal nicht erfüllen, Grenzen setzen und die Konsequenzen daraus tragen. Wenn Sie beispielweise immer wieder um etwas gebeten werden, was Sie nicht tun wollen, wenn Sie wieder einmal eine unangenehme Arbeit für jemanden übernehmen sollen oder andere dringend zu erledigende Aufgaben Sie rufen, dann gilt es, Nein zu sagen.

Grenzen setzen für Ingenieure: Zeitfenster schaffen

Wenn Sie zu den hilfsbereiten Menschen gehören, die bereits Ja gesagt haben, bevor Ihnen die Folgen daraus klar sind oder weil Sie einfach keine Bitten abschlagen können, nehmen Sie sich ruhig ein wenig Bedenkzeit, um das Grenzen setzen zu üben. Sagen Sie zu anderen Ingenieuren: “Ich muss darüber nachdenken. Ich komme in fünf Minuten darauf zurück.” Gerade weil uns Anliegen und Bitten auch gerne zwischen Tür und Angel vorgetragen werden, ist es hilfreich, einen Moment inne zu halten und die Situation zu analysieren.

  • Was genau soll ich tun: eine Arbeit, einen Gefallen oder eine Leihgabe?
  • Wie viel Zeit, Energie und Lust habe ich gerade?
  • Was muss verschoben werden oder liegen bleiben, wenn ich dem Wunsch nachkomme?
  • Hat die Übernahme der Aufgabe einen Nutzen für mich?
  • Wer bittet mich um einen Gefallen? Welche Bedeutung hat diese Person für mich? In welchem Verhältnis stehen wir zueinander? Möchte ich Grenzen setzen?
  • Wie oft habe ich etwas dieser Art bereits gemacht, und möchte ich es noch einmal tun?

Grenzen setzen für Ingenieure: Die Ursachen fürs Ja-Sagen finden

Die Ursachen für ein zu häufiges Ja können vielfältig sein. Die Angst, abgelehnt oder nicht gemocht zu werden, hat damit zu tun, dass viele Menschen bereits in ihrer Kindheit die Erfahrung gemacht haben, nur gemocht zu werden, wenn sie nützlich waren und deswegen keine Grenzen setzen. Fest steht, dass Sie sowieso nicht von allen gemocht werden können – auch dann nicht, wenn Sie vermeintlich alles dafür tun. Lassen Sie sich deshalb nicht dazu treiben, etwas zuzusagen, was Sie nicht wollen.

Die Angst vor Konsequenzen ist durchaus berechtigt. Es kann zu Konflikten kommen und vielleicht besteht sogar die Sorge, degradiert oder gekündigt zu werden, wenn Sie häufig Grenzen setzen, gerade gegenüber vorgesetzten Ingenieuren. Hier ist es sehr wichtig, die Situation möglichst objektiv einzuschätzen. Es gibt tatsächlich Situationen, in denen es besser ist, Ja zu sagen. Allerdings ist es auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass Konflikte zum Miteinander gehören. Aus Angst vor negativen Reaktionen immer alles zu tun, nimmt Ihnen Ihre Unabhängigkeit.

Grenzen setzen für Ingenieure: Ängste analysieren

Die Angst, egoistisch zu wirken, hat mit Ihren Grundwerten zu tun. Dass Sie sich über dieses Thema Gedanken machen, zeigt bereits, dass Sie kein Egoist sind, denn tatsächliche Egoisten sind sich ihres Verhaltens überhaupt nicht bewusst. Die Angst, nicht gebraucht zu werden, ist oft unbewusst und deshalb nicht so leicht zu durchschauen. Von anderen gebraucht zu werden und helfen zu können, tut vielen Menschen sehr gut. Wichtig ist, auf die Balance zwischen Geben und Nehmen zu achten, um selbst nicht zu kurz zu kommen. Deswegen müssen Sie Grenzen setzen, auch als Ingenieur.

Die Angst, etwas zu verpassen, kann damit zu tun haben, dass viele Menschen glauben, durch die Übernahme von Aufgaben und Gefälligkeiten „im Geschehen“ zu sein. Finden Sie heraus, was Ihnen wirklich wichtig ist, was Ihnen Freude bereitet und was Sie weiter bringt. Testen Sie aus, was passiert, wenn Sie zum Beispiel Grenzen setzen, indem Sie Einladungen anderer Ingenieure nicht annehmen und an einer Veranstaltung nicht teilnehmen.

Grenzen setzen für Ingenieure: Druck von außen standhalten

Zu diesen eigenen Motiven kommen noch die vielfältigen Strategien derer, die Sie zu etwas animieren wollen, deshalb beispielsweise Schuldgefühle auslösen, Druck erzeugen, überrumpeln, schmeicheln oder Mitleid erzeugen. Achten Sie genau darauf, wer etwas von Ihnen will und welche Mittel diese Person einsetzt, um es zu erreichen. Nehmen Sie sich die notwendige Bedenkzeit, damit Sie den nötigen Abstand gewinnen, die Strategie erkennen und Grenzen setzen können.

Sagen Sie beispielsweise: “Ich fühle mich im Moment überrumpelt, weil Sie von mir unter Zeitdruck eine Entscheidung möchten. Geben Sie mir zehn Minuten, und dann sage ich Ihnen Bescheid.”, oder “Ich kann verstehen, dass es Ihnen nicht gefällt, wenn ich jetzt Nein sage. Ich möchte mir aber deswegen keine Schuldgefühle machen lassen.”, oder auch “Ihr Lob freut mich sehr und trotzdem kann ich leider diese Aufgabe heute nicht mehr für Sie erledigen.” Grenzen setzen ist für Ingenieure freilich nicht immer einfach.

Grenzen setzen für Ingenieure: Konsequenzen des Handelns abschätzen

Rechnen Sie ruhig einmal zusammen, wie viel Zeit es Sie ganz konkret kostet, Aufgaben für andere zu erledigen, wenn Sie keine Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren. Kosten für zu vorschnelles Ja-Sagen sind zum Beispiel:

  • weniger Zeit, Kraft und Energie für Ihre eigenen Vorhaben und Projekte,
  • Stress, weil die zusätzlichen Aufgaben ja zu Ihren eigentlichen hinzukommen,
  • Ärger darüber, doch wieder nachgegeben zu haben,
  • Gedanken verschwenden an das ungute Gefühl, ausgenutzt zu werden.

Auch wenn kollegiale Beziehungen nicht nach kaufmännischen Regeln zu bewerten sind, so sollte doch das Verhältnis im Großen und Ganzen ausgeglichen sein. Indem Sie sich klarmachen, was es ganz konkret für Sie bedeutet, immer wieder etwas für andere zu tun, achten Sie mehr auf Ihre eigenen Bedürfnisse und setzen automatisch Grenzen gegenüber anderen Ingenieuren.

Grenzen setzen für Ingenieure: Nein-Sagen üben

Sie sind kein schlechterer Mensch, wenn Sie Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren und eine Bitte ablehnen. Niemand kann ständig für alle bereitstehen. Erlauben Sie sich also, auch mal Nein zu sagen, weil es Ihr gutes Recht ist. Warten Sie nicht darauf, dass andere Menschen Ihnen dazu die Absolution erteilen, denn gerade diejenigen, die etwas von Ihnen wollen, haben natürlich nur wenig Interesse daran, dass Sie für sich sorgen.

Zum Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren gehören ein klarer Inhalt, eine aufrechte Körperhaltung, ein guter Blickkontakt und eine behutsame Art. Gerade, wenn Sie in der Testphase sind, achten Sie genau auf eine schnörkellose, unmissverständliche Aussage.

Grenzen setzen für Ingenieure: Beispiele für Formulierungen

  • Das Nein beim Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren zu begründen macht es anderen leichter, es anzunehmen. Wenn sich zum Beispiel ein Kollege zu Ihnen gesellen will, Sie aber gerade in ein persönliches Gespräch vertieft sind, können Sie sagen: “Oh, sonst jederzeit gerne, nur besprechen wir jetzt gerade etwas Persönliches.”
  • Indem Sie Verständnis für die Bitte des anderen zeigen, wirkt jedes Nein moderater. “Dass Sie so unter Druck stehen, tut mir sehr leid, aber ich kann Sie leider heute trotzdem nicht unterstützen.”
  • Eine schöne Geste ist, sich dafür zu bedanken, dass der andere einem die Aufgabe zutraut: “Ich fühle mich geehrt, dass Sie da an mich denken, aber mein Terminkalender ist leider komplett voll.”
  • Unter Umständen ist ein striktes Nein zum Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren nicht erforderlich. Wenn Sie zum Beispiel nur jetzt keine Zeit haben, Sie die Aufgabe aber am nächsten Tag übernehmen würden oder einen Teil der Bitte erfüllen möchten, bieten Sie dies an.
  • Sie können auch einen Gegenvorschlag formulieren und damit zeigen, dass Sie an der Lösung interessiert sind, aber selbst nicht zur Verfügung stehen.

Grenzen setzen für Ingenieure: Die richtige Balance

Gerade wenn man von Ihnen ein Nein nicht gewohnt ist und deshalb vielleicht hartnäckig versucht, Sie doch noch umzustimmen, ist es wichtig, bei Ihrer neuen Position zu bleiben und freundlich zu erklären: „Es scheint Ihnen sehr wichtig zu sein, mich umzustimmen. Aber leider kann ich nur noch einmal wiederholen, dass es heute nicht geht.” Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren ist daher auch Übungssache.

Zukünftig auch einmal Nein zu sagen, bedeutet, dass Sie einfach zuerst auf sich selbst und Ihre Arbeit achten und erst dann auf die anderen. Sie werden feststellen, dass das Ausbalancieren von Eigen- und Teaminteressen und das Einüben von konsequentem Handeln ein Gefühl von Stärke und Selbstvertrauen nach sich zieht. Grenzen setzen gegenüber anderen Ingenieuren schützt Sie auch vor Überforderungen.

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